Hamburgs Schulen droht "Reform-Infarkt"
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Hamburg, 22. September 2008. Der AGA fordert den Stopp der geplanten Schulstrukturreform in Hamburg, insbesondere den Erhalt der Gymnasien ab Klasse 5. Über zwei Drittel der Geschäftsführer, Personalchefs und Ausbildungsleiter, die sich im September an einer Online-Blitzumfrage des AGA beteiligt haben, befürchten eine Verschlechterung der Qualität des Abiturs, wenn Schüler erst ab der siebten Klasse auf das Gymnasium wechseln. Das ergab eine Online-Blitzumfrage, die der AGA am 20. September 2008 durchgeführt hat.
AGA-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse: „Unbestritten ist der schulpolitische Handlungsbedarf. Anstatt überstürzt Strukturen umzukrempeln, sollte alle Kraft darauf konzentriert werden, die Unterrichtsqualität vor Ort in den Schulen zu verbessern. Die Einführung der sechsjährigen Primarschule bei gleichzeitiger Verkürzung der Schulzeit an den Gymnasien würde den leistungsstärkeren Schülern Chancen nehmen, ohne den schwächeren zu helfen." Darüber hinaus droht den Schulen in Hamburg der „Reform-Infarkt". Niemals zuvor waren in so kurzer Zeit so viele Änderungen von den Schulen umzusetzen und von den Kindern zu verkraften. Der AGA warnt vor einem schulpolitischen Sonderweg in Hamburg, der einen Schulwechsel nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern bereits innerhalb der Metropolregion Hamburg erschwert. Die Hamburger Schulpolitik steht im Gegensatz zu dem immer wieder erklärten Ziel, die Zusammenarbeit im Norden auszubauen.
AGA-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse: „Unbestritten ist der schulpolitische Handlungsbedarf. Anstatt überstürzt Strukturen umzukrempeln, sollte alle Kraft darauf konzentriert werden, die Unterrichtsqualität vor Ort in den Schulen zu verbessern. Die Einführung der sechsjährigen Primarschule bei gleichzeitiger Verkürzung der Schulzeit an den Gymnasien würde den leistungsstärkeren Schülern Chancen nehmen, ohne den schwächeren zu helfen." Darüber hinaus droht den Schulen in Hamburg der „Reform-Infarkt". Niemals zuvor waren in so kurzer Zeit so viele Änderungen von den Schulen umzusetzen und von den Kindern zu verkraften. Der AGA warnt vor einem schulpolitischen Sonderweg in Hamburg, der einen Schulwechsel nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern bereits innerhalb der Metropolregion Hamburg erschwert. Die Hamburger Schulpolitik steht im Gegensatz zu dem immer wieder erklärten Ziel, die Zusammenarbeit im Norden auszubauen.
An der Umfrage haben sich 356 AGA-Mitglieder beteiligt.
Zahlreiche Kommentare runden das Abstimmungsergebnis ab. Lesen Sie hier eine Auswahl:
Mitglieder, die sich für den Erhalt der Gymnasien ab der 5. Klasse aussprechen, haben dies wie folgt kommentiert:
- Wir verzeichnen schon heute einen erheblichen Qualitätsabfall des Abiturs in Hamburg. Die geplante Einführung würde Hamburger Abiturienten alle Chancen nehmen, gegen die Abiturienten anderer Bundesländer zu bestehen.
- Die Orientierungsstufe (Klasse 5 + 6) wurde vor einigen Jahren in Niedersachsen wegen erwiesener Untauglichkeit abgeschafft. In Hamburg soll sie jetzt in etwas anderer Form wieder eingeführt werden. Viel dümmer geht es dann wohl nicht mehr: Eine Vorwärtsreform im Stile einer Rolle rückwärts.
- Das bisherige Schulsystem sollte optimiert und nicht durch überflüssige Veränderungen zusätzlich geschwächt werden! Diese Veränderung kostet viel Geld, überfordert die Lehrer und wirkt sich damit negativ auf die Schüler aus....
- Es ist unverzichtbar, dass Schüler entsprechend Ihrer Leistungsfähigkeit beschult werden. Eine Gleichmacherei ist für alle Beteiligten zum Nachteil. Je früher die jungen Menschen an Ihre Möglichkeiten angepasst gefördert werden umso besser.
- Nach der 4. Klasse kann man sehr deutlich die Unterschiede in Bezug auf Lernvermögen, "Intelligenz" und Fleiß bei den einzelnen Kindern erkennen. Wichtiger ist nach einem erfolgreichen Abschluß auf einer Haupt- oder Realschule, den Weg zum Abitur/Studium für "Spätzünder" intensiv zu fördern und zu ermöglichen. Der kleinste gemeinsame Nenner kann und darf nicht Ziel der Schulzeit/Grundschulzeit sein.
- Wir haben schon heute Probleme, geeignete Azubis zu finden, da selbst bei Abiturienten einfache Grundrechenarten Schwierigkeiten bereiten. Mangelndes Allgemeinwissen und fehlende Motivation erschweren die Auswahl. Längere Zeiten mit leistungsschwachen Schülern wird sicherlich das Ergebnis nicht verbessern sondern zum Gegenteil führen. Im Gegenteil - es sollten leistungsstarke und motivierte Schüler stärker gefördert werden.
- Aus meiner Sicht ist das bildungspolitischer Selbstmord ....
Es bleibt nun einmal Fakt, dass alle Menschen doch nicht gleich sind und somit auch unterschiedliche Leistungsniveaus bieten....
- Erhaltet die bisherige Struktur. Die Einführung der Gesamtschule hat gezeigt, dass gemeinsames Lernen für leistungsstarke Schüler nicht zwangsweise förderlich ist. Die Zahl der Abgänger mit Abitur ist auf den Gymnasien deutlich höher als auf den Gesamtschulen. Die Schüler müssen ab Klasse 5 auf die Leistungsanforderungen der Gymnasium eingestellt werden, ansonsten werden sie das Spektrum nicht bewältigen können.
- ...Der Schulwechsel mitten in der Pubertät dürfte in Klasse 7 für alle Beteiligten (Schüler, Eltern, Lehrer) noch schwieriger sein als in Klasse 5. Das führt oft genug zu einem weiteren Leistungsabfall....
- .....Auf Olymipia gemünzt: nicht die Strecke verlegen und das Ziel bunt anmalen, sondern eine bessere Betreuung durch einen Coach und optimales Training, dann schafft der Durchschnitt mehr und die Guten vielleicht sogar Leistungen, in denen sie sich mit den Guten anderer Länder messen können.
- Der Unterrichtsausfall auch an Gymnasien in Hamburg ist immens. Die Ursachen dafür sind vielfältig....Mein Sohn hatte im letzten (Abi-) Semester S4 praktisch keinen Unterricht mehr! Schüler werden teilweise durch Referendare statt durch Lehrer unterrichtet.... Unterschiedliche Lernstände im gleichen Fach und im gleichen Jahrgang bestehen durch unterschiedlich gute Lehrer....Es werden im Rahmen des Zulässigen nur noch diejenigen Fächer gewählt, wo man sich die besten Punktchanchen ausrechnet. Da werden Fächer gewählt, wo bekanntermaßen die Lehrer stets gute Noten geben, um Eltern- und Schülerärger zu vermeiden. Insofern besteht bereits ein erheblicher Qualitätsabfall des Abiturs in Hamburg, der nun durch die geplante Reform noch beschleunigt wird.
- Das Hamburger Abitur wird das qualitative Schlusslicht bei einem Qualitätsranking unter den deutschen Bunesländern bilden. Die Leidtragenden sind die Schüler, die im falschen Bundesland wohnen.....! Wie soll ein Ortswechsel von einem Bundesland zum anderen dann noch möglich sein? Eine gymnasiale Fünftklässlerin aus Lüneburg müsste dann wohl bei einem Umzug nach Hamburg in die Primarschule gehen, dann wieder auf ein Gymnasium? Ich wünschte mir eine bundesweite Regelung mit bundesweit einheitlichen Lehrplänen und Standards.
Mitglieder, die grundsätzlich die geplante Schulstrukturreform befürworten, schrieben folgende Bemerkungen:
- Die Primarschule bis zur 6. Klasse ist ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings halte ich den Zeitplan für sehr kurzfristig gewählt.
- Die Qualität des Abiturs ist abhängig von der jeweiligen Schule. Unter Umständen kann eine Stadtteilschule mit engagiertem Schulleiter und ebenso engagierter Lehrerschaft bessere Schüler hervorbringen als ein schlecht geführtes Gymnasium.
- Der Ruf des Hamburger Abiturs ist in der Republik eh ziemlich schlecht. Ich sehe eine Chance, hier endlich einmal eine grundlegende, für alle vorteilhafte Reform zu etablieren. Der Prozess sollte durch AGA etc. positiv begleitet werden....
- Meiner Meinung nach sollten Kinder bis zum 9. Schuljahr zusammen unterrichtet werden. In Skandinavien geht das und ist laut PISA sehr erfolgreich. Wir brauchen keine Eliten, sondern grundsätzlich gut ausgebildete und hoch motivierte Schüler. Und wir benötigen keine verbeamteten Lehrer, sondern Pädagogen, die sich beständig weiterqualifizieren und evaluieren lassen müssen.
- Die Qualität des Abiturs hängt nicht von der Schulform ab, sondern davon, wie gut jeder einzelne Schüler bzw. jede Schülerin individuell gefördert werden kann. Dafür braucht es kleinere Klassen und mehr Lehrpersonal. Wenn das mit der Schulstrukturreform erreicht werden kann, geht der Schritt in die richtige Richtung.
Sonstige allgemeine Kommentare zur Schulpolitik:
- Die Ausbildung der Lehrkräfte muss deutlich verbessert werden, wie z. B. das in Finnland nach einem stringenten Ausleseverfahren erfolgreich praktiziert wird.
- .... Die Debatte über die jetzt angedachte Primarschule verschleiert den Blick auf die Tatsache, dass wir im internationalen Vergleich zu viele Schulabbrecher und Absolventen mit wertlosen Abschlüssen "produzieren", andererseits die deutschen Schüler im internationalen Vergleich nicht dümmer sein dürften. Bildung beginnt nicht erst in der Grundschule, und selbst dort wird durch falsch verstandene Pädagogik wertvolle Zeit verschwendet. Eine grundlegende Änderung unseres Bildungssystems ist leider überfällig, die frühe Mehrgliedrigkeit wird nur ein kleiner Teil des Weges sein....
- In Finnland, woher ich stamme, dauert die Grundschule 9 Jahre und danach das Gymnasium 3 Jahre. Heutzutage kann man das Abitur in Finnland sogar in 2 Jahren nach der Grundschule erreichen, wenn man es will. Zusätzlich treffen die Schüler die Entscheidung, ob man das Gymnasium besucht, erst in der 9. Klasse.... Vielleicht könnte das deutsche Schulsystem noch mehr aus skandinavischen Ländern lernen....
- Bei kleinen Leistungstests mit potentiellen Bewerbern für eine Lehrstelle kann immer wieder beobachtet werden, daß sowohl einfache Rechenaufgaben (Bruch-, Prozent-, Zinsrechnung) nicht oder kaum beherrscht werden. Oder es große Diskrepanzen bei der Grammatik und Rechtschreibung gibt! Es kann daher nicht sein, daß für Versäumnisse des Schulsystems letztendlich die Wirtschaft und/oder das Handwerk zu zahlen haben.
- Das Abitur in Hamburg sowie alle anderen Schulabschlüsse sind ohnehin sehr schlecht.
Kontakt:
AGA Unternehmensverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistung e.V.
Dr. Holger Eisold, Tel. (040) 30 80 1-151
E-Mail: holger.eisold@aga.de
Zahlreiche Kommentare runden das Abstimmungsergebnis ab. Lesen Sie hier eine Auswahl:
Mitglieder, die sich für den Erhalt der Gymnasien ab der 5. Klasse aussprechen, haben dies wie folgt kommentiert:
- Wir verzeichnen schon heute einen erheblichen Qualitätsabfall des Abiturs in Hamburg. Die geplante Einführung würde Hamburger Abiturienten alle Chancen nehmen, gegen die Abiturienten anderer Bundesländer zu bestehen.
- Die Orientierungsstufe (Klasse 5 + 6) wurde vor einigen Jahren in Niedersachsen wegen erwiesener Untauglichkeit abgeschafft. In Hamburg soll sie jetzt in etwas anderer Form wieder eingeführt werden. Viel dümmer geht es dann wohl nicht mehr: Eine Vorwärtsreform im Stile einer Rolle rückwärts.
- Das bisherige Schulsystem sollte optimiert und nicht durch überflüssige Veränderungen zusätzlich geschwächt werden! Diese Veränderung kostet viel Geld, überfordert die Lehrer und wirkt sich damit negativ auf die Schüler aus....
- Es ist unverzichtbar, dass Schüler entsprechend Ihrer Leistungsfähigkeit beschult werden. Eine Gleichmacherei ist für alle Beteiligten zum Nachteil. Je früher die jungen Menschen an Ihre Möglichkeiten angepasst gefördert werden umso besser.
- Nach der 4. Klasse kann man sehr deutlich die Unterschiede in Bezug auf Lernvermögen, "Intelligenz" und Fleiß bei den einzelnen Kindern erkennen. Wichtiger ist nach einem erfolgreichen Abschluß auf einer Haupt- oder Realschule, den Weg zum Abitur/Studium für "Spätzünder" intensiv zu fördern und zu ermöglichen. Der kleinste gemeinsame Nenner kann und darf nicht Ziel der Schulzeit/Grundschulzeit sein.
- Wir haben schon heute Probleme, geeignete Azubis zu finden, da selbst bei Abiturienten einfache Grundrechenarten Schwierigkeiten bereiten. Mangelndes Allgemeinwissen und fehlende Motivation erschweren die Auswahl. Längere Zeiten mit leistungsschwachen Schülern wird sicherlich das Ergebnis nicht verbessern sondern zum Gegenteil führen. Im Gegenteil - es sollten leistungsstarke und motivierte Schüler stärker gefördert werden.
- Aus meiner Sicht ist das bildungspolitischer Selbstmord ....
Es bleibt nun einmal Fakt, dass alle Menschen doch nicht gleich sind und somit auch unterschiedliche Leistungsniveaus bieten....
- Erhaltet die bisherige Struktur. Die Einführung der Gesamtschule hat gezeigt, dass gemeinsames Lernen für leistungsstarke Schüler nicht zwangsweise förderlich ist. Die Zahl der Abgänger mit Abitur ist auf den Gymnasien deutlich höher als auf den Gesamtschulen. Die Schüler müssen ab Klasse 5 auf die Leistungsanforderungen der Gymnasium eingestellt werden, ansonsten werden sie das Spektrum nicht bewältigen können.
- ...Der Schulwechsel mitten in der Pubertät dürfte in Klasse 7 für alle Beteiligten (Schüler, Eltern, Lehrer) noch schwieriger sein als in Klasse 5. Das führt oft genug zu einem weiteren Leistungsabfall....
- .....Auf Olymipia gemünzt: nicht die Strecke verlegen und das Ziel bunt anmalen, sondern eine bessere Betreuung durch einen Coach und optimales Training, dann schafft der Durchschnitt mehr und die Guten vielleicht sogar Leistungen, in denen sie sich mit den Guten anderer Länder messen können.
- Der Unterrichtsausfall auch an Gymnasien in Hamburg ist immens. Die Ursachen dafür sind vielfältig....Mein Sohn hatte im letzten (Abi-) Semester S4 praktisch keinen Unterricht mehr! Schüler werden teilweise durch Referendare statt durch Lehrer unterrichtet.... Unterschiedliche Lernstände im gleichen Fach und im gleichen Jahrgang bestehen durch unterschiedlich gute Lehrer....Es werden im Rahmen des Zulässigen nur noch diejenigen Fächer gewählt, wo man sich die besten Punktchanchen ausrechnet. Da werden Fächer gewählt, wo bekanntermaßen die Lehrer stets gute Noten geben, um Eltern- und Schülerärger zu vermeiden. Insofern besteht bereits ein erheblicher Qualitätsabfall des Abiturs in Hamburg, der nun durch die geplante Reform noch beschleunigt wird.
- Das Hamburger Abitur wird das qualitative Schlusslicht bei einem Qualitätsranking unter den deutschen Bunesländern bilden. Die Leidtragenden sind die Schüler, die im falschen Bundesland wohnen.....! Wie soll ein Ortswechsel von einem Bundesland zum anderen dann noch möglich sein? Eine gymnasiale Fünftklässlerin aus Lüneburg müsste dann wohl bei einem Umzug nach Hamburg in die Primarschule gehen, dann wieder auf ein Gymnasium? Ich wünschte mir eine bundesweite Regelung mit bundesweit einheitlichen Lehrplänen und Standards.
Mitglieder, die grundsätzlich die geplante Schulstrukturreform befürworten, schrieben folgende Bemerkungen:
- Die Primarschule bis zur 6. Klasse ist ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings halte ich den Zeitplan für sehr kurzfristig gewählt.
- Die Qualität des Abiturs ist abhängig von der jeweiligen Schule. Unter Umständen kann eine Stadtteilschule mit engagiertem Schulleiter und ebenso engagierter Lehrerschaft bessere Schüler hervorbringen als ein schlecht geführtes Gymnasium.
- Der Ruf des Hamburger Abiturs ist in der Republik eh ziemlich schlecht. Ich sehe eine Chance, hier endlich einmal eine grundlegende, für alle vorteilhafte Reform zu etablieren. Der Prozess sollte durch AGA etc. positiv begleitet werden....
- Meiner Meinung nach sollten Kinder bis zum 9. Schuljahr zusammen unterrichtet werden. In Skandinavien geht das und ist laut PISA sehr erfolgreich. Wir brauchen keine Eliten, sondern grundsätzlich gut ausgebildete und hoch motivierte Schüler. Und wir benötigen keine verbeamteten Lehrer, sondern Pädagogen, die sich beständig weiterqualifizieren und evaluieren lassen müssen.
- Die Qualität des Abiturs hängt nicht von der Schulform ab, sondern davon, wie gut jeder einzelne Schüler bzw. jede Schülerin individuell gefördert werden kann. Dafür braucht es kleinere Klassen und mehr Lehrpersonal. Wenn das mit der Schulstrukturreform erreicht werden kann, geht der Schritt in die richtige Richtung.
Sonstige allgemeine Kommentare zur Schulpolitik:
- Die Ausbildung der Lehrkräfte muss deutlich verbessert werden, wie z. B. das in Finnland nach einem stringenten Ausleseverfahren erfolgreich praktiziert wird.
- .... Die Debatte über die jetzt angedachte Primarschule verschleiert den Blick auf die Tatsache, dass wir im internationalen Vergleich zu viele Schulabbrecher und Absolventen mit wertlosen Abschlüssen "produzieren", andererseits die deutschen Schüler im internationalen Vergleich nicht dümmer sein dürften. Bildung beginnt nicht erst in der Grundschule, und selbst dort wird durch falsch verstandene Pädagogik wertvolle Zeit verschwendet. Eine grundlegende Änderung unseres Bildungssystems ist leider überfällig, die frühe Mehrgliedrigkeit wird nur ein kleiner Teil des Weges sein....
- In Finnland, woher ich stamme, dauert die Grundschule 9 Jahre und danach das Gymnasium 3 Jahre. Heutzutage kann man das Abitur in Finnland sogar in 2 Jahren nach der Grundschule erreichen, wenn man es will. Zusätzlich treffen die Schüler die Entscheidung, ob man das Gymnasium besucht, erst in der 9. Klasse.... Vielleicht könnte das deutsche Schulsystem noch mehr aus skandinavischen Ländern lernen....
- Bei kleinen Leistungstests mit potentiellen Bewerbern für eine Lehrstelle kann immer wieder beobachtet werden, daß sowohl einfache Rechenaufgaben (Bruch-, Prozent-, Zinsrechnung) nicht oder kaum beherrscht werden. Oder es große Diskrepanzen bei der Grammatik und Rechtschreibung gibt! Es kann daher nicht sein, daß für Versäumnisse des Schulsystems letztendlich die Wirtschaft und/oder das Handwerk zu zahlen haben.
- Das Abitur in Hamburg sowie alle anderen Schulabschlüsse sind ohnehin sehr schlecht.
Kontakt:
AGA Unternehmensverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistung e.V.
Dr. Holger Eisold, Tel. (040) 30 80 1-151
E-Mail: holger.eisold@aga.de