AGA-Forderungen zur Bundestagswahl 2009
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Norddeutscher Groß- und Außenhandel hat Talsohle erreicht
Liquiditätssicherung der Unternehmen hat jetzt absolute Priorität
Substanzbesteuerung ist Gift für den Mittelstand
AGA-Forderungen zur Bundestagswahl:
Flexibilität kleiner und mittelgroßer Unternehmen stärken
Hamburg, 31. Juli 2009. Das Geschäftsklima im norddeutschen Groß- und Außenhandel hat sich zur Jahresmitte weiter eingetrübt. Die Talsohle scheint erreicht, ein Aufschwung ist aber noch nicht in Sicht. „Dank ihrer enormen Flexibilität werden unsere mittelständischen Unternehmen auch diese Krise überstehen, wenn uns die Banken jetzt keinen Strich durch die Rechnung machen." Dies erklärte Dr. Hans Fabian Kruse, Präsident des norddeutschen AGA Unternehmensverbandes, auf der Basis der jüngsten Konjunkturumfrage seiner Organisation anlässlich der Präsentation der AGA-Forderungen zur Bundestagswahl heute in Hamburg. Im AGA sind über 3.000 Groß- und Außenhändler sowie unternehmensnahe Dienstleister mit mehr als 150.000 Beschäftigten in den fünf Küstenländern organisiert.
Liquiditätssicherung der Unternehmen hat jetzt absolute Priorität
Substanzbesteuerung ist Gift für den Mittelstand
AGA-Forderungen zur Bundestagswahl:
Flexibilität kleiner und mittelgroßer Unternehmen stärken
Hamburg, 31. Juli 2009. Das Geschäftsklima im norddeutschen Groß- und Außenhandel hat sich zur Jahresmitte weiter eingetrübt. Die Talsohle scheint erreicht, ein Aufschwung ist aber noch nicht in Sicht. „Dank ihrer enormen Flexibilität werden unsere mittelständischen Unternehmen auch diese Krise überstehen, wenn uns die Banken jetzt keinen Strich durch die Rechnung machen." Dies erklärte Dr. Hans Fabian Kruse, Präsident des norddeutschen AGA Unternehmensverbandes, auf der Basis der jüngsten Konjunkturumfrage seiner Organisation anlässlich der Präsentation der AGA-Forderungen zur Bundestagswahl heute in Hamburg. Im AGA sind über 3.000 Groß- und Außenhändler sowie unternehmensnahe Dienstleister mit mehr als 150.000 Beschäftigten in den fünf Küstenländern organisiert.
Ohne die stabilisierende Wirkung der mittelständischen Wirtschaft wäre die Konjunktur noch stärker eingebrochen, erklärte der AGA-Präsident. Die Versorgung der Wirtschaft mit Liquidität habe jetzt absolute Priorität. Dazu sei die Kreditfinanzierung durch das Bankensystem sicherzustellen. Handlungsbedarf gebe es aber auch in der Steuerpolitik. „Die schleichende Umwandlung von Eigenkapital in Steuern durch die Substanzbesteuerung ist Gift für den Mittelstand und muss sofort beendet werden," forderte Kruse. Darüber hinaus müsse die künftige Bundesregierung alles unterlassen, was die Anpassungsfähigkeit der kleinen und mittelgroßen Unternehmen lähmt.
Derzeit würden laut AGA-Umfrage 28 Prozent der Unternehmen über eine Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen berichten. Der AGA geht davon aus, dass dieser Anteil in den nächsten Monaten weiter steigen wird, wenn die - im Vergleich zu 2008 - schlechteren Bilanzen für das laufende Geschäftsjahr vorliegen und das Rating negativ beeinflussen. „Liquidität ist das Blut für den Wirtschaftskreislauf", stellte Kruse fest und appelliert an die Wirtschaftspolitik, die strengen Eigenkapitalrichtlinien für Banken temporär zu lockern, um die prozyklischen Wirkungen von Basel II einzudämmen. Dadurch würden die Banken kurzfristig in die Lage versetzt, auch bei einem zwischenzeitlich schlechteren Rating ihre mittelständischen Geschäftskunden mit Krediten zu angemessenen Konditionen zu versorgen.
Zunehmend Sorge bereite dem Mittelstand auch das Verhalten der Warenkreditversicherer. „Es wird immer schwieriger, über private Warenkreditversicherer Forderungsausfälle abzusichern", sagte Kruse. Neben gestiegenen Prämien und höheren Selbstbehalten würden immer mehr Unternehmen über die Senkung von Versicherungslimits oder die praktische Verweigerung des Deckungsschutzes für bestimmte Branchen und Länder berichten.
„Die Substanzbesteuerung darf nicht länger das Eigenkapital aufzehren," forderte der AGA-Präsident. „Wenn Mieten, Leasingraten und Zinsen auch dann zu Steuerzahlungen führen, wenn die Unternehmen gar keine Gewinne erwirtschaften, ist das eine fahrlässige Schwächung der Überlebensfähigkeit des Mittelsstandes," erklärte Kruse. Das Gleiche gelte bei der Neuregelung der Erbschaftsteuer. „Die Lohnsummenklausel beschränkt die Möglichkeiten der nachfolgenden Unternehmer, flexibel auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren. Deshalb darf die Regelung für die Veräußerung von Unternehmen nur für die Haltefrist gelten, nicht aber für die Lohnsumme," forderte Kruse.
Die Umsätze im norddeutschen Groß- und Außenhandel lagen laut aktueller Umfrage des AGA im zweiten Quartal 2009 um acht Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Gewinnsituation ist nach wie vor sehr unbefriedigend. Nur noch acht Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre Gewinnsituation als gut, 45 Prozent hingegen als schlecht. Das erklärt den erneuten Rückgang des AGA-Indikators, der die Einschätzung der gegenwärtigen und der erwarteten Ertragslage zusammenfasst. Er ist um sechs Punkte gesunken und weist jetzt einen historischen Tiefstand von 60 Punkten auf. Werte über 100 sind Ausdruck einer relativ guten, Werte unter 100 einer relativ schlechten Geschäftslage. Die Aussichten bis zum Jahresende sind verhalten, aber weniger pessimistisch als noch im Frühjahr.
Nach dem Sturz des Teilindikators für den Binnengroßhandel im Frühjahr ist jetzt ein Anstieg um 2 Punkte festzustellen. Er weist jetzt einen Stand von 58 Punkten auf. Ursache dieses leichten Anstiegs sind die weniger pessimistischen Geschäftserwartungen beim Produktionsverbindungshandel, dem wichtigsten Bereich des Binnengroßhandels. 23 Prozent Großhändler von Investitionsgütern und Industriebedarf gehen von höheren Umsätzen bis zum Jahresende aus (Vorquartal: 13 Prozent), 40 Prozent erwarten weitere Umsatzrückgänge (Vorquartal: 63 Prozent). Im Außenhandel hat sich das Geschäftsklima vor allem aufgrund der Umsatzeinbußen weiter verschlechtert. Der Teilindikator für den Exporthandel ist um acht Punkte auf nunmehr 55 Punkte gesunken. Der Teilindikator für den Importhandel weist einen Stand von 69 Punkten auf.
Die Unsicherheit über Ausmaß und Dauer der Krise spiegelt sich in den Personalplänen für das laufende Jahr wider. Fünf Prozent der befragten Unternehmen wollen bis zum Jahresende Personal einstellen, 16 Prozent wollen ihre Belegschaften reduzieren. Per Saldo ist mit einem Beschäftigungsabbau im norddeutschen Groß- und Außenhandel von einem Prozent zu rechnen, das sind rund 1.200 Mitarbeiter.
Die Forderungen des AGA Unternehmensverbandes zur Bundestagswahl 2009 sind diesem Pressedienst als Anlage beigefügt.
Strukturdaten für den norddeutschen Groß- und Außenhandel
Im norddeutschen Groß- und Außenhandel, der die Länder Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und das nördliche Niedersachsen umfasst, gibt es über 10.000 Unternehmen, die mit ihren 116.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 182 Mrd. Euro erwirtschaften. Damit haben 12 Prozent der Mitarbeiter im bundesdeutschen Groß- und Außenhandel ihren Arbeitsplatz in Norddeutschland. Der Anteil Norddeutschlands am Gesamtumsatz beträgt 21 Prozent.
Beschäftigtenzahlen in den Regionen:
Hamburg: 47.500
Schleswig-Holstein: 40.300
Bremen: 11.300
Mecklenburg-Vorpommern: 12.300
Nord-Niedersachsen: 4.500
Rückfragen:
Dr. Holger Eisold
- Pressesprecher -
AGA Unternehmensverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistung e.V.
Kurze Mühren 2, 20095 Hamburg
Tel: (040) 30 80 1-151
Mobil: 0160 712 77 38
E-Mail: holger.eisold@aga.de
Derzeit würden laut AGA-Umfrage 28 Prozent der Unternehmen über eine Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen berichten. Der AGA geht davon aus, dass dieser Anteil in den nächsten Monaten weiter steigen wird, wenn die - im Vergleich zu 2008 - schlechteren Bilanzen für das laufende Geschäftsjahr vorliegen und das Rating negativ beeinflussen. „Liquidität ist das Blut für den Wirtschaftskreislauf", stellte Kruse fest und appelliert an die Wirtschaftspolitik, die strengen Eigenkapitalrichtlinien für Banken temporär zu lockern, um die prozyklischen Wirkungen von Basel II einzudämmen. Dadurch würden die Banken kurzfristig in die Lage versetzt, auch bei einem zwischenzeitlich schlechteren Rating ihre mittelständischen Geschäftskunden mit Krediten zu angemessenen Konditionen zu versorgen.
Zunehmend Sorge bereite dem Mittelstand auch das Verhalten der Warenkreditversicherer. „Es wird immer schwieriger, über private Warenkreditversicherer Forderungsausfälle abzusichern", sagte Kruse. Neben gestiegenen Prämien und höheren Selbstbehalten würden immer mehr Unternehmen über die Senkung von Versicherungslimits oder die praktische Verweigerung des Deckungsschutzes für bestimmte Branchen und Länder berichten.
„Die Substanzbesteuerung darf nicht länger das Eigenkapital aufzehren," forderte der AGA-Präsident. „Wenn Mieten, Leasingraten und Zinsen auch dann zu Steuerzahlungen führen, wenn die Unternehmen gar keine Gewinne erwirtschaften, ist das eine fahrlässige Schwächung der Überlebensfähigkeit des Mittelsstandes," erklärte Kruse. Das Gleiche gelte bei der Neuregelung der Erbschaftsteuer. „Die Lohnsummenklausel beschränkt die Möglichkeiten der nachfolgenden Unternehmer, flexibel auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren. Deshalb darf die Regelung für die Veräußerung von Unternehmen nur für die Haltefrist gelten, nicht aber für die Lohnsumme," forderte Kruse.
Die Umsätze im norddeutschen Groß- und Außenhandel lagen laut aktueller Umfrage des AGA im zweiten Quartal 2009 um acht Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Gewinnsituation ist nach wie vor sehr unbefriedigend. Nur noch acht Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre Gewinnsituation als gut, 45 Prozent hingegen als schlecht. Das erklärt den erneuten Rückgang des AGA-Indikators, der die Einschätzung der gegenwärtigen und der erwarteten Ertragslage zusammenfasst. Er ist um sechs Punkte gesunken und weist jetzt einen historischen Tiefstand von 60 Punkten auf. Werte über 100 sind Ausdruck einer relativ guten, Werte unter 100 einer relativ schlechten Geschäftslage. Die Aussichten bis zum Jahresende sind verhalten, aber weniger pessimistisch als noch im Frühjahr.
Nach dem Sturz des Teilindikators für den Binnengroßhandel im Frühjahr ist jetzt ein Anstieg um 2 Punkte festzustellen. Er weist jetzt einen Stand von 58 Punkten auf. Ursache dieses leichten Anstiegs sind die weniger pessimistischen Geschäftserwartungen beim Produktionsverbindungshandel, dem wichtigsten Bereich des Binnengroßhandels. 23 Prozent Großhändler von Investitionsgütern und Industriebedarf gehen von höheren Umsätzen bis zum Jahresende aus (Vorquartal: 13 Prozent), 40 Prozent erwarten weitere Umsatzrückgänge (Vorquartal: 63 Prozent). Im Außenhandel hat sich das Geschäftsklima vor allem aufgrund der Umsatzeinbußen weiter verschlechtert. Der Teilindikator für den Exporthandel ist um acht Punkte auf nunmehr 55 Punkte gesunken. Der Teilindikator für den Importhandel weist einen Stand von 69 Punkten auf.
Die Unsicherheit über Ausmaß und Dauer der Krise spiegelt sich in den Personalplänen für das laufende Jahr wider. Fünf Prozent der befragten Unternehmen wollen bis zum Jahresende Personal einstellen, 16 Prozent wollen ihre Belegschaften reduzieren. Per Saldo ist mit einem Beschäftigungsabbau im norddeutschen Groß- und Außenhandel von einem Prozent zu rechnen, das sind rund 1.200 Mitarbeiter.
Die Forderungen des AGA Unternehmensverbandes zur Bundestagswahl 2009 sind diesem Pressedienst als Anlage beigefügt.
Strukturdaten für den norddeutschen Groß- und Außenhandel
Im norddeutschen Groß- und Außenhandel, der die Länder Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und das nördliche Niedersachsen umfasst, gibt es über 10.000 Unternehmen, die mit ihren 116.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 182 Mrd. Euro erwirtschaften. Damit haben 12 Prozent der Mitarbeiter im bundesdeutschen Groß- und Außenhandel ihren Arbeitsplatz in Norddeutschland. Der Anteil Norddeutschlands am Gesamtumsatz beträgt 21 Prozent.
Beschäftigtenzahlen in den Regionen:
Hamburg: 47.500
Schleswig-Holstein: 40.300
Bremen: 11.300
Mecklenburg-Vorpommern: 12.300
Nord-Niedersachsen: 4.500
Rückfragen:
Dr. Holger Eisold
- Pressesprecher -
AGA Unternehmensverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistung e.V.
Kurze Mühren 2, 20095 Hamburg
Tel: (040) 30 80 1-151
Mobil: 0160 712 77 38
E-Mail: holger.eisold@aga.de
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