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AGA-Wirtschaftstest: Geschäftsklima hellt sich langsam auf

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Norddeutscher Groß- und Außenhandel:
Geschäftsklima hellt sich langsam auf

Liquiditätsmangel darf Erholung nicht abwürgen
 

Hamburg, 10. November 2009. Das Geschäftsklima im norddeutschen Groß- und Außenhandel hellt sich langsam wieder auf. Zwar laufen die Geschäfte derzeit noch schleppend, die meisten Händler erkennen aber bereits deutlich Licht am Ende des Tunnels. „Die Mittelstandfinanzierung muss jetzt weiter gesichert sein, damit der Erholungs­prozess nicht am Liquiditätsmangel erstickt, bevor er richtig begonnen hat." Dies erklärte Dr. Hans Fabian Kruse, Präsident des AGA Unternehmens­verbandes, auf der Basis der jüngsten Konjunkturumfrage seiner Organisation heute vor Journalisten in Hamburg. Im AGA sind über 3.000 Groß- und Außen­händler sowie unternehmensnahe Dienstleister mit mehr als 150.000 Beschäftigten in den fünf Küstenländern organisiert.

Die Umsätze im norddeutschen Groß- und Außenhandel lagen im dritten Quartal 2009 um sechs Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Gewinnsituation ist nach wie vor unbefriedigend. Neun Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre Gewinnsituation als gut, 38 Prozent hingegen als schlecht. Die Umsatz- und Gewinnerwartungen bis zum Frühjahr sind deutlich zuversichtlicher als noch vor drei Monaten. Der AGA-Indikator, der die Einschätzung der gegenwärtigen und der erwarteten Ertragslage zusammenfasst, ist um 14 Punkte gestiegen und weist jetzt einen Stand von 74 Punkten auf. Werte über 100 sind Ausdruck einer relativ guten, Werte unter 100 einer relativ schlechten Geschäfts­lage.

Spürbar verbessert hat sich das Geschäftsklima beim Binnengroßhandel. Der Teilindikator ist um 24 Punkte gestiegen und weist jetzt einen Stand von 82 Punkten auf. Die Mehrheit der befragten Händler mit Investitionsgütern und Industriebedarf geht von höheren Umsätzen und Gewinnen bis zum Frühjahr aus. „Damit gewinnt der Produktions­verbindungs­handel wieder an Boden, der traditionell Motor des Binnengroßhandels ist", sagte Kruse. Dank des relativ stabilen Konsumklimas gewinnt auch beim Handel mit Ge- und Verbrauchgütern die Zuversicht an Boden. Die beschlossenen Konjunkturprogramme wirken sich positiv auf die baunahen Handelsbereiche aus. Die Belebung im öffentlichen Straßenbau gleicht  Auftragsausfälle aus den Wirtschaftsbauten aus.

Der Exporthandel spürt nach wie vor die Folgen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Umsätze lagen im dritten Quartal um zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau, vereinzelt melden Exporthändler Umsatzeinbrüche von mehr als 30 Prozent. „Das löst bei uns aber keine Krisenstimmung aus", erklärte der AGA-Präsident. „Umsatzeinbrüche im Handel sind anders zu bewerten als Auftragseinbrüche im produzierenden Gewerbe." Das Geschäft laufe schneller und habe weniger Vorlauf. „Wir sind es gewohnt, mit Marktschwankungen zu leben. Nach jeder Talfahrt geht es wieder bergauf." Hinzu komme, dass 2008 für den Exporthandel ein absolutes Boomjahr gewesen sei. „Im Vergleich zu 2007 stehen wir gar nicht so schlecht da", sagte Kruse. Das Gros der Exporthändler blickt zuversichtlich ins nächste Jahr. Der Teilindikator für den Exporthandel ist um vier Punkte gestiegen und weist jetzt einen Stand von 60 Punkten auf.

Auch beim Importhandel hat sich das Geschäftsklima leicht aufgehellt. Der Teilindikator ist um fünf Punkte auf nunmehr 73 Punkte gestiegen. Vor allem die Einfuhrhändler von industriellen Zulieferungen für deutsche Exporte und Importeure von Rohstoffen erwarten, dass die Umsätze bis zum Frühjahr wieder anziehen.

„Die Unsicherheit über Dauer und Ausmaß der Krise sowie die sich abzeichnende Fachkräfteknappheit bestimmt die Personalpolitik der Unternehmen", sagte AGA-Vorstandssprecher Volker Tschirch. 58 Prozent der befragten Unternehmen haben an ihrem Personalbestand festgehalten. Jeweils 21 Prozent der Handelsunternehmen haben neue Mitarbeiter eingestellt beziehungsweise Personal abgebaut. Unterm Strich ergibt sich für die ersten zehn Monaten des Jahres ein Stellenabbau um 1,3 Prozent. Das sind rund 1.700 Mitarbeiter in den fünf Küstenländern. „Damit hat sich die Beschäftigung im norddeutschen Groß- und Außenhandel weniger ungünstig entwickelt als noch im Frühjahr zu befürchten war. Für 2010 gehen wir von einer schwarzen Null bei der Beschäftigung aus", sagte Tschirch.

Deutlich gesunken ist 2009 die Investitionsbereitschaft im norddeutschen Groß- und Außenhandel. Jedes fünfte Unternehmen hat die zu Jahresbeginn geplanten Investitionen in Bauten, Ausrüstungen und Anlagen zurückgestellt oder ganz aufgegeben. „Neben der Einschätzung der künftigen Marktentwicklung spielt bei Investitionsentscheidungen das Kreditvergabeverhalten der Banken eine ganz entscheidende Rolle", betonte Tschirch.

Strukturdaten für den norddeutschen Groß- und Außenhandel  

Im norddeutschen Groß- und Außenhandel, der die Länder Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und das nördliche Niedersachsen umfasst, gibt es rund 10.000 Unternehmen, die mit ihren 128.400 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 179 Mrd. Euro erwirtschaften. Damit haben 12 Prozent der Mitarbeiter im bundesdeutschen Groß- und Außenhandel ihren Arbeitsplatz in Norddeutschland. Der Anteil Norddeutschlands am Gesamtumsatz beträgt 20 Prozent.    

Rückfragen:

Dr. Holger Eisold
 - Pressesprecher -
AGA Unternehmensverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistung e.V.
Kurze Mühren 2, 20095 Hamburg
Mobil: 0160 712 77 38
E-Mail: holger.eisold@aga.de

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