zur Navigation

Fauler Kompromiss würde Schulen und Schülern schaden

Bitte wählen

AGA zum Streit über die Schulreform in Hamburg:
Fauler Kompromiss würde Schulen und Schülern schaden
Primarschulmodell sollte zunächst mit wissenschaftlicher Begleitung an ausgewählten Schulen erprobt werden

Hamburg, 11. Februar 2010. „Gescheiterte Verhandlungen sind besser als ein fauler Kompromiss, der Schulen und Schülern langfristig schadet." Dies erklärte AGA-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse zum Abbruch der Verhandlungen zwischen dem schwarz-grünen Senat und der Initiative „Wir wollen lernen" über die Einführung der Primarschule in Hamburg.

 „Sechs Jahre gemeinsames Lernen lehnen wir nicht grundsätzlich ab", betonte Kruse. Allerdings müssten dafür die Voraussetzungen auch im Detail geschaffen werden. Die erforderlichen pädagogischen Konzepte müssten ausgereift und die Lehrer mit genügend zeitlichem Vorlauf vorbereitet werden. „Nach wie vor regen wir an, das Primarschulmodell zunächst mit wissenschaftlicher Begleitung an ausgewählten Schulen zu erproben, an denen dazu eine hohe Bereitschaft seitens der Lehrer und Eltern besteht. Der Senat ist überzeugt, dass die Primarschule das überlegene Modell ist. Warum dann die große Angst davor, dies objektiv zu überprüfen", fragte Kruse weiter. Dadurch könnten Erfahrungen mit der Umsetzung gesammelt werden und die Wahlfreiheit der Eltern bliebe bestehen.

„Wir brauchen jetzt Schulfrieden in Hamburg", forderte der AGA-Präsident. „Wir benötigen eine Schulpolitik mit Weitsicht und Augenmaß, die über die Grenzen von Legislaturperioden hinweg gültig ist", hieß es weiter. Jetzt sei es an der Zeit, die Schulpolitik in Hamburg parteiübergreifend weiterzuentwickeln.

Statt über Strukturen zu streiten, solle darum gerungen werden, wie die Qualität im Unterricht gesteigert werden kann, so Kruse weiter. Schulabgänger ohne Abschluss dürfe es künftig nicht mehr geben. Sowohl leistungs­schwache als auch leistungsstarke Schüler müssten individuell gefördert werden. „Um diese Ziele zu erreichen, brauchen wir kleinere Klassen, zeitgemäße pädagogische Konzepte und hoch motivierte Lehrer", forderte der AGA-Präsident. Statt Strukturen erneut zu verändern, sollten zunächst die in den letzten Jahren auf den Weg gebrachten Reformen ihre Wirkung entfalten können.

„Reformen können nur gelingen, wenn ein breiter Konsens zwischen allen Beteiligten über den neuen Weg besteht," sagte Kruse. Diesen Konsens habe es in Hamburg gegeben. Er hätte seinen Ausdruck in den Ergebnissen der Enquete-Kommission gefunden, deren Bericht im Februar 2007 vorgelegt wurde. Konsens der Experten aus Politik und Wissenschaft vor drei Jahren sei gewesen, die Zahl der weiterführenden Schulformen zu reduzieren und in Hamburg nach der vierjährigen Grundschule nur noch die neue „Stadtteilschule" und das Gymnasium anzubieten. Darüber hinaus sollten sich alle Aktivitäten darauf konzentrieren, die Qualität des Unterrichtes zu steigern. Gemeinsam mit anderen Verbänden der Hamburger Wirtschaft hatte der AGA bereits im Februar letzten Jahres mit seiner „Resolution zur geplanten Schulstrukturreform in Hamburg" vor einem „Reform-Infarkt" gewarnt und dafür geworben, die Qualitätssteigerung des Unterrichtes in den Mittelpunkt der Schulpolitik zu stellen.

Rückfragen: Dr. Holger Eisold - Pressesprecher -
AGA Unternehmensverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistung e.V.
Kurze Mühren 2, 20095 Hamburg
Mobil: 0160 712 77 38
E-Mail: holger.eisold@aga.de

Vorteile der Mitgliedschaft