Erholung setzt sich fort, Aufbruchstimmung fehlt
Norddeutscher Groß- und Außenhandel:
Erholung setzt sich fort, Aufbruchstimmung fehlt
Schlechte Noten für den Start der schwarz-gelben Bundesregierung
Unternehmen halten an ihren Belegschaften fest
Hamburg, 1. Februar 2010. Die Krise im norddeutschen Groß- und Außenhandel ist überwunden. Die Geschäftsentwicklung stabilisiert sich zusehends, die Aussichten bis zum Sommer sind zuversichtlich. Es fehlt jedoch die Aufbruchstimmung, um jetzt kraftvoll durchzustarten. Dies erklärte Dr. Hans Fabian Kruse, Präsident des AGA Unternehmens-verbandes, auf der Basis der jüngsten Konjunkturumfrage seiner Organisation heute vor Journalisten in Hamburg. Im AGA sind über 3.000 Groß- und Außenhändler sowie unternehmensnahe Dienstleister mit mehr als 150.000 Beschäftigten in den fünf Küstenländern organisiert.
Erholung setzt sich fort, Aufbruchstimmung fehlt
Schlechte Noten für den Start der schwarz-gelben Bundesregierung
Unternehmen halten an ihren Belegschaften fest
Hamburg, 1. Februar 2010. Die Krise im norddeutschen Groß- und Außenhandel ist überwunden. Die Geschäftsentwicklung stabilisiert sich zusehends, die Aussichten bis zum Sommer sind zuversichtlich. Es fehlt jedoch die Aufbruchstimmung, um jetzt kraftvoll durchzustarten. Dies erklärte Dr. Hans Fabian Kruse, Präsident des AGA Unternehmens-verbandes, auf der Basis der jüngsten Konjunkturumfrage seiner Organisation heute vor Journalisten in Hamburg. Im AGA sind über 3.000 Groß- und Außenhändler sowie unternehmensnahe Dienstleister mit mehr als 150.000 Beschäftigten in den fünf Küstenländern organisiert.
Die überwiegende Mehrheit der mittelständischen Wirtschaft sei vom Start der schwarz-gelben Bundesregierung enttäuscht, sagte Kruse. „Wir Unternehmer sehen Fingerhakeln zwischen den kleinen Koalitionspartnern, aber bisher keine Strategie, die langfristig Wachstum und Beschäftigung fördert. Anstatt endlich die längst überfälligen Struktur-reformen anzupacken, damit unsere Sozialsysteme demografiefest werden, wartet die Bundesregierung die NRW-Wahlen ab", so Kruse weiter.
Laut aktueller Umfrage des AGA bewerten die Firmeninhaber und Führungskräfte den Start der Koalition insgesamt mit der Schulnote 3,9. Nur 8 Prozent gaben diesem Start die Note „gut", 34 Prozent der Befragten erteilten der Regierung hingegen die Note „mangelhaft". „In der Schule wäre damit die Versetzung gefährdet", sagte der AGA-Präsident.
Die Einzelbewertung der Regierungsmitglieder fällt sehr unterschiedlich aus. Die höchste Kompetenz wird Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg mit 69 Prozent bescheinigt. Auf Platz zwei und drei folgen Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble mit 58 Prozent und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel mit 45 Prozent. Lediglich 10 Prozent der Befragten schätzen Vizekanzler und Bundesaußenminister Guido Westerwelle sowie Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle als kompetent ein. „Da wird man mit besserer Sacharbeit sicher noch besser punkten können. Wir Unternehmer erwarten erfolgreiche Taten nicht schöne Worte oder gar Profilierungsgehabe", betonte der AGA-Präsident.
„Auch 2010 bleiben die Themen Liquidität und Finanzierung Chefsache in unseren mittelständischen Firmen" erklärte Kruse. Nach wie vor gebe es keine Kreditklemme. Aber die Zahl der Forderungsausfälle nehme deutlich zu und gefährde die Liquidität. So würden 26 Prozent der Firmen über gestiegene Forderungsausfälle gegenüber dem Vorjahr berichten. Auch steige die Unsicherheit über die künftige Kreditfinanzierung. Viele Unternehmen würden eine schlechtere Bonitätsbewertung durch das Rating der Banken erfahren. Denn in den Bilanzen für 2009 zeigten sich ganz deutlich die Spuren der Krise.
„Die Finanzierung des Aufschwungs ist noch nicht gesichert", stellte Kruse fest. Die Banken sollten die Besonderheiten des Krisenjahres 2009 beim Rating berücksichtigen. „Im Rahmen unserer Gespräche mit führenden Bankenvertretern im Norden wurde uns zugesagt, dass künftig die Zukunftspläne der Unternehmen stärker gewichtet werden", sagte der AGA-Präsident.
Die realen Umsätze im norddeutschen Groß- und Außenhandel lagen im vierten Quartal 2009 um 0,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Gewinnsituation hat sich entspannt.
19 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre Gewinnsituation als gut (Vorquartal: 9 Prozent), 27 Prozent hingegen als schlecht (Vorquartal: 38 Prozent). Der AGA-Indikator, der die Einschätzung der gegenwärtigen und der erwarteten Ertragslage zusammenfasst, ist um 24 Punkte gestiegen und weist jetzt einen Stand von 99 Punkten auf. Werte über 100 sind Ausdruck einer relativ guten, Werte unter 100 einer relativ schlechten Geschäftslage.
Innerhalb des Binnengroßhandels stützen vor allem die baunahe Handelsbereiche - Baumärkte und Material fürs Handwerk - und der Handel mit Konsumgütern, wie Möbel und Unterhaltungselektronik, die Konjunktur. Auch der Handel mit Investitionsgütern und Industriebedarf, der traditionell der Motor des Binnengroßhandels ist, belebt sich langsam wieder.
Die sich allmählich erholende Weltwirtschaft wirkt sich zunehmend auf den Exporthandel aus, der 2009 deutliche Umsatzeinbrüche zu verkraften hatte. Vor allem der Exporthandel mit chemischen und pharmazeutischen Vorprodukten sowie der Ausfuhrhandel mit Investi-tionsgütern und Ersatzteilen berichten über steigende Aufträge. Der Teilindikator für den Exporthandel ist um 33 Punkte auf nunmehr 92 Punkte gestiegen. Auch beim Importhandel hat sich das Geschäftsklima weiter erholt. Vor allem die Einfuhrhändler von industriellen Zulieferungen für deutsche Exporte und Importeure von Rohstoffen berichten über steigende Aufträge. Der Teilindikator für den Einfuhrhandel ist um 25 Punkte gestiegen und weist zu Jahresbeginn einen Stand von 98 Punkten auf.
„Nach dem leichten Personalabbau in 2009, der durch die Krise bedingt war, erwarten wir für das laufende Jahr per Saldo eine stabile Beschäftigung in unseren Firmen" erklärte AGA-Vorstandssprecher Volker Tschirch. 70 Prozent der befragten Firmen wollen an ihrem Personalbestand festhalten. 16 Prozent wollen ihre Belegschaften um durchschnittlich
5 Prozent ausweiten, 14 Prozent planen einen Stellenabbau von durchschnittlich 7 Prozent. „Die Kurzarbeit trägt dazu bei, dass die Wirtschaftskrise nicht mit voller Wucht auf den Arbeitsmarkt durchschlägt", sagte Tschirch. Die von Arbeitgebern vorgeschlagenen Erleichterungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld, die Entlastung bei den Sozial-versicherungsbeiträgen und nicht zuletzt die Verlängerung der Bezugsdauer für Kurzarbeitergeld haben die Effektivität dieses arbeitsmarktpolitischen Instrumentes deutlich erhöht. „Der wirtschaftliche Aufschwung ist nicht stark genug, um zahlreiche neue Arbeitsplätze zu schaffen."
Strukturdaten für den norddeutschen Groß- und Außenhandel
Im norddeutschen Groß- und Außenhandel, der die Länder Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und das nördliche Niedersachsen umfasst, gibt es rund 10.000 Unternehmen, die mit ihren 128.400 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 179 Mrd. Euro erwirtschaften. Damit haben 12 Prozent der Mitarbeiter im bundesdeutschen Groß- und Außenhandel ihren Arbeitsplatz in Norddeutschland. Der Anteil Norddeutschlands am Gesamtumsatz beträgt 20 Prozent.
Beschäftigtenzahlen in den Regionen:
Rückfragen:
Dr. Holger Eisold
- Pressesprecher -
AGA Unternehmensverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistung e.V.
Kurze Mühren 2, 20095 Hamburg
Mobil: 0160 712 77 38
E-Mail: holger.eisold@aga.de
Laut aktueller Umfrage des AGA bewerten die Firmeninhaber und Führungskräfte den Start der Koalition insgesamt mit der Schulnote 3,9. Nur 8 Prozent gaben diesem Start die Note „gut", 34 Prozent der Befragten erteilten der Regierung hingegen die Note „mangelhaft". „In der Schule wäre damit die Versetzung gefährdet", sagte der AGA-Präsident.
Die Einzelbewertung der Regierungsmitglieder fällt sehr unterschiedlich aus. Die höchste Kompetenz wird Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg mit 69 Prozent bescheinigt. Auf Platz zwei und drei folgen Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble mit 58 Prozent und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel mit 45 Prozent. Lediglich 10 Prozent der Befragten schätzen Vizekanzler und Bundesaußenminister Guido Westerwelle sowie Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle als kompetent ein. „Da wird man mit besserer Sacharbeit sicher noch besser punkten können. Wir Unternehmer erwarten erfolgreiche Taten nicht schöne Worte oder gar Profilierungsgehabe", betonte der AGA-Präsident.
„Auch 2010 bleiben die Themen Liquidität und Finanzierung Chefsache in unseren mittelständischen Firmen" erklärte Kruse. Nach wie vor gebe es keine Kreditklemme. Aber die Zahl der Forderungsausfälle nehme deutlich zu und gefährde die Liquidität. So würden 26 Prozent der Firmen über gestiegene Forderungsausfälle gegenüber dem Vorjahr berichten. Auch steige die Unsicherheit über die künftige Kreditfinanzierung. Viele Unternehmen würden eine schlechtere Bonitätsbewertung durch das Rating der Banken erfahren. Denn in den Bilanzen für 2009 zeigten sich ganz deutlich die Spuren der Krise.
„Die Finanzierung des Aufschwungs ist noch nicht gesichert", stellte Kruse fest. Die Banken sollten die Besonderheiten des Krisenjahres 2009 beim Rating berücksichtigen. „Im Rahmen unserer Gespräche mit führenden Bankenvertretern im Norden wurde uns zugesagt, dass künftig die Zukunftspläne der Unternehmen stärker gewichtet werden", sagte der AGA-Präsident.
Die realen Umsätze im norddeutschen Groß- und Außenhandel lagen im vierten Quartal 2009 um 0,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Gewinnsituation hat sich entspannt.
19 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre Gewinnsituation als gut (Vorquartal: 9 Prozent), 27 Prozent hingegen als schlecht (Vorquartal: 38 Prozent). Der AGA-Indikator, der die Einschätzung der gegenwärtigen und der erwarteten Ertragslage zusammenfasst, ist um 24 Punkte gestiegen und weist jetzt einen Stand von 99 Punkten auf. Werte über 100 sind Ausdruck einer relativ guten, Werte unter 100 einer relativ schlechten Geschäftslage.
Innerhalb des Binnengroßhandels stützen vor allem die baunahe Handelsbereiche - Baumärkte und Material fürs Handwerk - und der Handel mit Konsumgütern, wie Möbel und Unterhaltungselektronik, die Konjunktur. Auch der Handel mit Investitionsgütern und Industriebedarf, der traditionell der Motor des Binnengroßhandels ist, belebt sich langsam wieder.
Die sich allmählich erholende Weltwirtschaft wirkt sich zunehmend auf den Exporthandel aus, der 2009 deutliche Umsatzeinbrüche zu verkraften hatte. Vor allem der Exporthandel mit chemischen und pharmazeutischen Vorprodukten sowie der Ausfuhrhandel mit Investi-tionsgütern und Ersatzteilen berichten über steigende Aufträge. Der Teilindikator für den Exporthandel ist um 33 Punkte auf nunmehr 92 Punkte gestiegen. Auch beim Importhandel hat sich das Geschäftsklima weiter erholt. Vor allem die Einfuhrhändler von industriellen Zulieferungen für deutsche Exporte und Importeure von Rohstoffen berichten über steigende Aufträge. Der Teilindikator für den Einfuhrhandel ist um 25 Punkte gestiegen und weist zu Jahresbeginn einen Stand von 98 Punkten auf.
„Nach dem leichten Personalabbau in 2009, der durch die Krise bedingt war, erwarten wir für das laufende Jahr per Saldo eine stabile Beschäftigung in unseren Firmen" erklärte AGA-Vorstandssprecher Volker Tschirch. 70 Prozent der befragten Firmen wollen an ihrem Personalbestand festhalten. 16 Prozent wollen ihre Belegschaften um durchschnittlich
5 Prozent ausweiten, 14 Prozent planen einen Stellenabbau von durchschnittlich 7 Prozent. „Die Kurzarbeit trägt dazu bei, dass die Wirtschaftskrise nicht mit voller Wucht auf den Arbeitsmarkt durchschlägt", sagte Tschirch. Die von Arbeitgebern vorgeschlagenen Erleichterungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld, die Entlastung bei den Sozial-versicherungsbeiträgen und nicht zuletzt die Verlängerung der Bezugsdauer für Kurzarbeitergeld haben die Effektivität dieses arbeitsmarktpolitischen Instrumentes deutlich erhöht. „Der wirtschaftliche Aufschwung ist nicht stark genug, um zahlreiche neue Arbeitsplätze zu schaffen."
Strukturdaten für den norddeutschen Groß- und Außenhandel
Im norddeutschen Groß- und Außenhandel, der die Länder Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und das nördliche Niedersachsen umfasst, gibt es rund 10.000 Unternehmen, die mit ihren 128.400 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 179 Mrd. Euro erwirtschaften. Damit haben 12 Prozent der Mitarbeiter im bundesdeutschen Groß- und Außenhandel ihren Arbeitsplatz in Norddeutschland. Der Anteil Norddeutschlands am Gesamtumsatz beträgt 20 Prozent.
Beschäftigtenzahlen in den Regionen:
- Hamburg: 53.500
- Schleswig-Holstein: 43.800
- Bremen: 12.600
- Mecklenburg-Vorpommern: 13.400
- Nord-Niedersachsen: 5.100
Rückfragen:
Dr. Holger Eisold
- Pressesprecher -
AGA Unternehmensverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistung e.V.
Kurze Mühren 2, 20095 Hamburg
Mobil: 0160 712 77 38
E-Mail: holger.eisold@aga.de
AGA-Blitzumfrage Start Bundesregierung (15,57 kByte)