Mitgliederversammlung 2013

Ministerpräsident Albig war Gastredner der Mitgliederversammlung 2013.

Ministerpräsident Torsten Albig zu Gast beim AGA: „Egoismen müssen zurückgelassen werden“

Rund 250 Gäste lauschten im Rahmen der AGA-Mitgliederversammlung gespannt den Ausführungen des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten am 30. Januar 2013 in der Bucerius Law School in Hamburg. Der AGA Unternehmensverband hatte zu „Allianzen im Norden“ geladen.

In seiner Begrüßung erläuterte AGA-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse auf Basis aktueller Konjunkturumfragen des AGA Unternehmensverbandes kurz die verhalten optimistische Situation des Handels und der Dienstleistung im Norden und erklärte,  welche Faktoren für den norddeutschen Mittelstand im Jahr 2013 besonders wichtig sind.

Nach einer aktuellen Blitzumfrage des Verbandes liegen auf Bürokratieabbau, Fachkräfte-Gewinnung und Energiepreisen besonderes Augenmerk. Und selbstverständlich auf der Verkehrsinfrastruktur: „Wir brauchen ein bedarfsgerechtes Netz von Straßen, Schienen, Wasserstraßen, Häfen und Flughäfen. Der Seeverkehr spielt eine dominierende Rolle für den Welthandel und ist deshalb für die zukünftige Einbindung nicht nur Norddeutschlands in den globalen Güter- und Dienstleistungsumschlag von hoher Relevanz. Eine gut ausgebaute und den Anforderungen der Zukunft gewachsene öffentliche Verkehrsinfrastruktur ist also unabdingbar“, erläuterte Kruse. Dazu zählt eine zeitnahe und vollständige Anpassung des Fahrwassers der Unterelbe an die Tiefgänge moderner Containerschiffe und die umfassende Renovierung und Modernisierung der Schleusenanlagen und der Wasserstraße des Nord-Ostsee-Kanals – schließlich müsse auch an die Feederverkehre für alle norddeutschen Häfen gedacht werden. Der Stopp der Fahrrinnenanpassung der Elbe ist für Handel und Dienstleistung im gesamten Norden eine Katastrophe.

Auch dem Ministerpräsidenten sind diese Punkte sehr wichtig und er drückte seine Freude darüber aus, dass die optimistischen Perspektiven, die Präsident Kruse auf Basis der aktuellen Verbandsumfrage für den Norden erläuterte, sich positiv von den sonst so oft gezeichneten „Kassandra-Gemälden“ abhebten. „Der Norden gewinnt immer dann, wenn er mit einer Stimme spricht. Auch wenn unsere fünf Länder höchst unterschiedliche Stärken und Profile haben: Zusammengenommen sind wir ein Norden mit vielen Stärken“, sagte Albig.

„Auf der ganzen Welt entstehen neue Korridore, neue Kommunikations- und Transportwege: wir können überall hinfliegen, studieren, arbeiten, einkaufen und mit dem Smartphone überall und schnell kommunizieren.", erklärte AGA-Präsident Kruse. „Doch der Hafen, Hamburgs, Schleswig-Holsteins und – nach VW auch Niedersachsens – größter Arbeitgeber soll daran nicht mehr teilnehmen dürfen?"

Ministerpräsident Albig führte dazu aus, dass die Politik und auch die Wirtschaft den Bund in die Pflicht nehmen müsse, um die Infrastruktur im Norden weiter voranzubringen. „In Berlin muss man begreifen, dass Deutschland als Exportnation zurückfällt, wenn die Infrastruktur in Norddeutschland ausgebremst wird. Wir müssen den Bund als verlässlichen Partner zurückgewinnen. Was nützt es, dass wir Küstenländer Geld einstellen für die Hinterlandanbindungen unserer Häfen, wenn Berlin nicht dasselbe tut?“, so Albig.

„Schleswig-Holstein ist mit dem Nord-Ostsee-Kanal und seiner Infrastruktur für Hamburg die Brücke nach Skandinavien und in den Ostseeraum. Daher ist das klare Bekenntnis zu Elbvertiefung und Kanalausbau so wichtig“, sagte er. Hier seien Politik und Wirtschaft gemeinsam aufgefordert, etwas für den Norden zu tun. Albig brachte es wie folgt auf den Punkt: „Nur im Miteinander liegen gute Perspektiven für den Standort Norddeutschland.“ Dieses Miteinander müsse Länder-Egoismen und Parteiinteressen überwinden. Zur Zusammenarbeit der fünf norddeutschen Landesregierungen erklärte Albig scherzhaft die alte Regel: „Freund, Feind, Parteifreund“, führte jedoch weiter aus, dass die Chemie stimme und man sich gemeinsam für eine Priorisierung der Infrastrukturprojekte im Norden einsetzen würde. Er sagte der norddeutschen Kaufmannschaft zu, diese nach Kräften zu unterstützen und im Sinne der Hanse einen einheitlichen Wirtschaftsraum zu ermöglichen. Deutlich wurde, dass der Ministerpräsident für den Norden brennt, so sprach er vom Hamburger Hafen als „mein größter Arbeitgeber“.

Im Anschluss an seine Festrede stellte Ministerpräsident Albig sich unter Moderation von AGA-Hauptgeschäftsführer Volker Tschirch Fragen aus dem Publikum. Die Gäste aus Kaufmannschaft, konsularischem Korps, Politik und Bildung erlebten einen eloquenten Torsten Albig und nutzten den anschließenden Empfang, freundlich unterstützt von der Allianz Lebensversicherungs-AG, für weiterführende Gespräche.

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