Duale Ausbildung und Duales Studium

Eine Übersicht der Möglichkeiten

Rund um die betriebliche Ausbildung gibt es verschiedene Begrifflichkeiten sowie Ausgestaltungmöglichkeiten der Dualen Ausbildung.

Einstiegsqualifizierung (EQ)

Einstiegsqualifizierungen richten sich vorallem an Jugendliche, die bisher keinen Ausbildungsplatz finden konnten. Durch ein ausbildungsvorbereitendes Praktikum, das zwischen sechs Monaten und einem Jahr dauert, können Erfahrungen gesammelt werden und das Unternehmen lernt möglicherweise seinen zukünftigen Azubi kennen. Die Bundesregierung unterstützt diese Praktika finanziell: Ein Teil der Sozialversicherungsbeiträge (bis zu 108 Euro) werden übernommen und zum Praktikantenlohn gibt es einen Zuschuss von bis zu 216 Euro monatlich.

Berufsgrundbildungsjahr (BGJ)

Das BGJ ist eine schulische Form der Berufsvorbereitung und wird überwiegend an Berufsschulen angeboten. Den Schülern wird Grundwissen über mehrere miteinander verwandte Berufe vermittelt und sie erhalten so einen ersten Einblick in verschiedene Berufsmöglichkeiten. Das BGJ dauert ein Jahr und kann ganz oder teilweise auf eine Berufsausbildung angerechnet werden. Unter anderem in den Bereichen Wirtschaft und Verwaltung, Elektrotechnik sowie Ernährung und Hauswirtschaft kann das Berufsgrundbildungsjahr angeboten werden. Da Schulgesetze und Lehrpläne von den Bundesländern geregelt werden, kann es bei den Fächern oder der Maßnahmenbezeichnung Unterschiede geben.

Berufsvorbereitungsjahr (BVJ)

Das Berufsvorbereitungsjahr ist eine einjährige Ausbildung in Form von Schulunterricht in Vollzeit. Es wird überwiegend an Berufsschulen angeboten und richtet sich vorallem an Schülerinnen und Schüler, die keinen ersten Schulabschluss erreichen konnten. Das BVJ beginnt direkt im Anschluss an die Sommerferien und vermittelt fachpraktische und fachtheoretische Grundqualifikationen. Es wird wichtiges Grundwissen verschiedener Berufsgruppen vermittelt. Zum Ende der Ausbildung wird eine Prüfung abgelegt. Mit einer weiteren Zusatzprüfung kann der Schüler den ersten Bildungsabschluss erwerben. Ablauf und Lehrpläne für das Berufsvorbereitungsjahr sind durch die Schulgesetze der Bundesländer geregelt und können somit Unterschiede bei den Inhalten oder bei der Bezeichnung dieser Vorbereitungsmaßnahme aufweisen.

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB)

Wenn kein Ausbildungsplatz gefunden werden konnte, beziehungsweise auch noch keine Vorstellung besteht, welcher Beruf überhaupt erlernt werden soll, oder auch wenn Sprachprobleme oder Schwierigkeiten im Sozialverhalten vorhanden sind, sind dies alles gute Gründe für eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme. Hier wechseln sich Unterricht und Betriebspraktika ab, wodurch eine gute berufliche Orientierung möglich ist. Sozialpädagogische Hilfen, Vorbereitungen auf den ersten Schulabschluss, Sprachunterricht und Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche gehören zum umfangreichen Angebot dieser Maßnahme.

Ein neuer Weg, Auszubildende zu rekrutieren

Die Berufsqualifizierung (BQ) zur/zum Kauffrau/Kaufmann im Groß- und Außenhandel (Schwerpunkt Großhandel) im Hamburger Ausbildungsmodell an der Berufsschule City Süd (H9)

Die Berufsqualifizierung des Hamburger Ausbildungsmodells ist im Rahmen der Reform des Übergangssystems von Schule zu Beruf konzipiert worden und wurde 2013 für den Beruf der Kaufleute im Großhandel eingeführt. Für diesen neuen Weg in eine duale Berufsausbildung im Hamburger Großhandel sucht die Berufsschule für den Großhandel (H9) Betriebe, die Plätze für die betrieblichen Lern- und Ausbildungsphasen stellen und mit ihr kooperieren.

Für Unternehmen ist die Berufsqualifizierung eine hervorragende Möglichkeit,

  • Auszubildende zu gewinnen,
  • Auszubildende schon vor Abschluss des Ausbildungsvertrags durch die betriebliche Tätigkeit ohne Zahlung der Ausbildungsvergütung kennenzulernen.

Die Berufsqualifizierung deckt das erste Ausbildungsjahr des jeweiligen Ausbildungsberufes inhaltlich und zeitlich vollständig ab. Die Ausbildung erfolgt nach dem Berufsbildungsgesetz. Die Berufsqualifizierung bietet für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine anschlussfähige und anrechenbare berufliche Qualifizierung. Über die Anrechnung des BQ-Jahres auf die Ausbildungsdauer entscheidet der Betrieb.

Die Organisation

Die Ausbildung beginnt zum Schuljahresanfang 2015/2016. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen beginnen ihre Ausbildung mit einem sechswöchigen Unterricht an der H9, der von Berufsschullehrern durchgeführt wird.  Dieser Unterricht bereitet den Einstieg in die Praxis vor.

Anschließend besuchen sie – wie in der dualen Berufsausbildung – die berufsbildende Schule und lernen und arbeiten – auch während der Schulferien – im Betrieb. Die Unterrichtsorganisation gleicht dem Stundenplan der Teilzeitklassen an der Berufsschule. Die Jugendlichen lernen jedoch in kleinen Lerngruppen an der H9 und erhalten bei Bedarf eine individuelle Förderung. Hierbei ist ein enger Austausch zwischen Berufsschule und Betrieb wünschenswert.

Die Zielgruppe

In die Berufsqualifizierung werden Jugendliche aufgenommen, die sich für den Ausbildungsberuf Kauffrau/Kaufmann im Großhandel entschieden haben, noch schulpflichtig sind und sich bisher erfolglos um einen Ausbildungsplatz im kaufmännischen Berufsfeld beworben haben. Vorausgesetzt wird außerdem der mittlere Bildungsabschluss.

Die Rahmenbedingungen

Das Hamburger Ausbildungsmodell ist gegliedert

  • in die Berufsqualifizierung, das ist das erste Jahr der Ausbildung in schulischer Verantwortung in Kooperation mit Betrieben, und
  • in die Berufsausbildung in einem Betrieb. (Wenn dies nicht möglich sein sollte, folgt eine trägergestützte Berufsausbildung mit einem Berufsausbildungsvertrag für das zweite, dritte oder vierte Ausbildungsjahr an Stelle der betrieblichen Berufsausbildung.)

Die an der Berufsqualifizierung Teilnehmenden sind statusrechtlich Schülerinnen und Schüler. Voraussetzung für die Zulassung zur Berufsqualifizierung ist eine erfolgreiche Bewerbung. Die Jugendlichen schließen zunächst eine Bildungsvereinbarung (keinen Ausbildungsvertrag!) mit der H9 ab. Die Ausbildung setzt das erfolgreiche Absolvieren des Probehalbjahres voraus. Die wöchentliche Ausbildungszeit orientiert sich am dualen Ausbildungsberuf. Die Urlaubstage sind grundsätzlich in den unterrichtsfreien Zeiten zu nehmen.

Zur Beratung steht den Jugendlichen neben den Lehrkräften eine Ausbildungsbegleiterin oder ein Ausbildungsbegleiter zur Verfügung. Diese Ausbildungsbegleitung unterstützt auch die Unternehmen und Betriebe bei Fragen oder unerwarteten Schwierigkeiten.

Die Bewerbung und das Aufnahmeverfahren

Die Jugendlichen und jungen Erwachsen bewerben sich an der H9. Mit der Bewerbung reichen sie die üblichen Bewerbungsunterlagen mit einer Begründung für die Berufswahlentscheidung ein. Im Rahmen eines Aufnahmeverfahrens durch die Schule werden ein Bewerbungsgespräch und auch ein Test durchgeführt. Ziel ist es, die geeigneten Bewerberinnen und Bewerber für den Beruf auszuwählen.

Die H9 sucht als zuständige berufliche Schule immer Betriebe, die einen Praktikumsplatz zur Verfügung stellen. 

Ihre Ansprechpartnerin an der H9:
Angelika Le Prince
Abteilungsleiterin B/VJM, Berufsqualifizierung, Kooperation Stadtteilschulen
Berufliche Schule City Süd (H9)
Berufsschule für den Hamburger Großhandel
Wendenstraße 166
20537 Hamburg
Tel.: 040 428976220
Fax: 040 42897644
mail: angelika.leprince@hibb.hamburg.de

In Deutschland erfolgt die Berufsausbildung überwiegend im sogenannten Dualen System. „Dual“ wird diese Form der Ausbildung deshalb genannt, weil die benötigten Kenntnisse und Fähigkeiten an zwei Lernorten vermittelt werden. Zum einen im ausbildenden Betrieb, zum anderen in der Berufsschule. In den Betrieben findet die berufspraktische Ausbildung statt, die in den Berufsschulen um theoretische Aspekte des Berufs und um allgemeinbildende Inhalte ergänzt wird. Der Auszubildende ist somit zugleich Schüler und Arbeitnehmer.

Im Jahr 2013 gab es 330 anerkannte Ausbildungsberufe in Deutschland. Daneben gibt es neben den anerkannten Ausbildungsberufen auch weitere, in denen außerhalb des Dualen Systems ausgebildet wird, wie beispielsweise in berufsqualifizierenden vollzeitschulischen Ausbildungsgängen an Berufsfachschulen. Die Berufsausbildung dauert je nach Ausbildungsberuf zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Auszubildende mit besonders guten Leistungen können einen Antrag auf Verkürzung der Ausbildungszeit stellen.

Durch die fortlaufende Entwicklung und die sich daraus ergebenden wechselnden Anforderungen werden bestehende Ausbildungsordnungen mit der Zeit angepasst sowie neue Berufe geschaffen. Eine duale Berufausbildung ist eine hervorragende Grundlage, um zukünftige Herausforderungen im Berufsleben zu meistern. Die Auszubildenden erhalten während der gesamten Ausbildungszeit eine Ausbildungsvergütung, die der Ausbildungsbetrieb bezahlt. 

Der Groß- und Außenhandel ist nach der Industrie der wichtigste Wirtschaftszweig in Deutschland. Traditionell haben diese Branchen auch in Norddeutschland einen hohen Stellenwert. Als Arbeitgeber bietet der norddeutsche Groß- und Außenhandel mehr als vielfach vermutet wird. Diese Unternehmen bilden in mehr als 40 verschiedenen Ausbildungsberufe aus. 

An erster Stelle stehen zwar die Kaufleute im Groß- und Außenhandel. Allerdings werden heute viele unterschiedliche Qualifikationen benötigt, damit ein Unternehmen erfolgreich am Markt agieren kann. In einem Betrieb des Groß- und Außenhandels arbeiten also nicht nur Groß- und Außenhandelskaufleute, sondern beispielsweise auch Systeminformatiker, Bürokaufleute, Fachkräfte für Lagerlogistik oder Gestalter für visuelles Marketing. Häufig werden in Großhandelsunternehmen auch Produkte nach kundenspezifischen Wünschen montiert, angefertigt oder der Geräteservice übernommen. Deshalb benötigen diese Unternehmen auch Mechatroniker, Gärtner oder Chemielaboranten. 

Eine ähnliche Vielfalt an Ausbildungsberufen findet man auch in Unternehmen aus dem unternehmensnahen Dienstleistungssektor, zum Beispiel in Logistikunternehmen, IT-Unternehmen oder Werbeagenturen.

Informationen darüber, welche Berufe im Groß- und Außenhandel sowie in Dienstleistungsunternehmen ausgebildet werden, enthalten die Kurzbeschreibungen in der Rubrik „Berufsbilder“.

Ein Gewinn für alle

Seit 2005 ist die Teilzeitberufsausbildung im Berufsbildungsgesetz verankert. Im Rahmen der Verlängerung des Ausbildungspakts soll nun für eine stärkere Nutzung der Teilzeitberufsausbildung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen geworben werden. Das zeitlich flexible Modell hält für Unternehmen und Auszubildende gleichermaßen Vorteile bereit: Durch die reduzierte wöchentliche Arbeitszeit im Betrieb können junge Eltern Familie und Berufsausbildung besser miteinander vereinbaren. Beträgt die vereinbarte Stundenzahl nicht weniger als 75 Prozent der Regelarbeitszeit, ist keine Verlängerung der Ausbildung notwendig. Durch die Ausbildung in Teilzeit haben Betriebe die Möglichkeit, eine bislang vernachlässigte, hoch motivierte und verantwortungsbewusste Zielgruppe als zukünftige Fachkräfte auszubilden.

Die Teilzeitberufsausbildung ist in allen Ausbildungsberufen des dualen Systems möglich. Informationen erhalten Sie bei Ihrer Industrie- und Handelskammer.

Zusammen mit einer Dualen Ausbildung können darauf aufbauend Zusatzqualifikationen erworben werden. Die wichtigsten im Bereich Groß- und Außenhandel und im Dienstleistungssektor stellen wir hier kurz vor.

Handelsfachwirt/-in

Geprüfte Handelsfachwirte übernehmen im Groß- und Einzelhandel qualitative Fachaufgaben sowie Leistungs- und Führungsaufgaben auf mittlerer Ebene. Hierzu zählen unter anderem die Planung, Steuerung, Durchführung und Kontrolle des Unternehmens beziehungsweise einzelner Organisationseinheiten unter Nutzung betriebs- und personalwirtschaftlicher Steuerungsinstrumente. Der Abschluss kann in 3 Jahren als doppelte qualitative Erstausbildung (kaufmännischer Ausbildungsberuf und Abschluss Handelsfachwirt) erlangt werden. Alternativ kann der Handelsfachwirt auch mit fünf Jahren Berufserfahrung erlangt werden. Jährlich nehmen rund 4.000 Nachwuchskräfte an dieser Weiterbildung teil.

Fachberater/-in im Vertrieb

Sie beraten und betreuen Verbraucher mit dem Ziel, Kaufverträge abzuschließen. Sie sind in allen Wirtschaftsbereichen tätig. Der Abschluss kann als doppelte qualitative Erstausbildung (kaufmännischer Ausbildungsberuf und Abschluss Fachberater) erlangt werden. Als Weiterbildung kann der Abschluss in Teilzeit in einem bis eineinhalb Jahren, Vollzeit in zweieinhalb bis zwölf Monaten und als Fernlehrgang in eineinhalb Jahren abgeschlossen werden.

Betriebswirt/-in

Betriebswirte planen, organisieren und kontrollieren Wirtschafts- und Verwaltungsvorgänge und übernehmen Fach- und Führungsaufgaben in der mittleren Führungsebene vieler Wirtschaftszweige. Die dreijährige Ausbildung schließt sowohl den Abschluss einer kaufmännischen Ausbildung als auch die Zusatzprüfung zum Betriebswirt mit ein.

Wirtschaftsinformatiker/-in

Sie lösen betriebswirtschaftliche Probleme mithilfe computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme. Sie bilden die Schnittstelle zwischen Management und der IT-Abteilung. Wirtschaftsinformatiker sind in Unternehmen aller Wirtschaftszweige tätig, die IT-Systeme zur Abwicklung ihrer Geschäftsprozesse einsetzen. Der Abschluss kann als doppelte qualitative Erstausbildung (kaufmännischer oder informatikorientierter Ausbildungsberuf und Abschluss Wirtschaftsinformatiker) erlangt werden. Als Weiterbildung kann der Abschluss in Vollzeit in zwei Jahren und in Teilzeit in vier Jahren erreicht werden.

Mit dem Dualen Studium ist eine Verbindung von praktischen Erfahrungen mit akademischem Wissen möglich. Anders als beim rein universitären Studium findet zusätzlich eine Berufsausbildung im Unternehmen statt. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie das Duale Studium zeitlich organisiert werden kann: Entweder laufen Studium und Ausbildung im Betrieb nebeneinander her (beispielsweise drei Tage Betrieb, zwei Tage Hochschule), Studium und Betriebsphase wechseln sich in Form von Blockveranstaltungen ab (beispielsweise sechs Wochen Betrieb, sechs Wochen Hochschule) oder das Studium findet abends während der Ausbildung statt.

Das Duale Studium dauert in der Regel 6 bis 7 Semester und endet mit dem Bachelor-Abschluss. Das Studium der Betriebswirtschaftslehre kann mit folgenden Schwerpunkten dual studiert werden: Handel, internationaler Handel, Logistik, Warenwirtschaft, Handelsmanagement und Business Administration.

Ihre Ansprechpartnerin:

Seminare

Im INW Institut Neue Wirtschaft – Bildungswerk Nord, dem Bildungswerk des AGA Unternehmensverbandes, bieten wir verschiedene Kurse zur Weiterqualifikation.

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