Arthur Wulf Fasshandel: 136 Jahre gut verpackt

 

Handel darf nie stehen bleiben, Handel muss sich ständig verändern, seine Nische suchen, die Bedürfnisse des Kunden erfassen. Auch oder vielleicht gerade, wenn es sich um ein Traditionsunternehmen mit einer mehr als 130 Jahre langen Geschichte handelt. So wie bei der Arthur Wulf Fasshandel GmbH & Co. KG aus Buchholz/Nordheide. Darunter versteht man aber nicht nur Schrauben und Muttern, die wir vom Hausgebrauch kennen, sondern auch hochtechnisierte und spezialisierte Produkte, die zum Beispiel im Maschinenbau, im Stahl- oder Metallbau oder im Windkraftbau benötigt werden.


Als der Ururgroßvater des heutigen Geschäftsführers Nils Wulf, Johann Wulf, am 13. November 1880 das Unternehmen gründete, wurden im damals noch selbstständigen Wilhelmsburg bei Hamburg Holzfässer, Wannen und Kübel hergestellt und auch Holzfässer wiederverwertet. Heute hat sich der Betrieb zu einem Spezialisten für Industrieverpackungen entwickelt und vertreibt Fässer aus Metall, Kunststoff, Papier, sowie Kanister und IBC Container – egal ob für Gefahrgut oder harmlose Güter.


Das Unternehmen hat eine bewegte Geschichte hinter sich gebracht, die ihren dramatischen Höhepunkt im Februar 1962 erlebte, als die große Sturmflut das Betriebsgelände der Firma komplett unter Wasser setzte. Die Fässer machten sich selbstständig und nur dank der Rettungsmannschaften konnten sie wieder eingefangen werden. Den Wandel vom Holzfass zu einer breiten Palette von Fässern aus verschiedensten Materialien fiel in die Zeit von Arthur Wulf, der nach dem Krieg in die Firma eintrat und ab Ende der 60er Jahre auch alleine führte. Fässer aus Stahl, Kunststoff und Papier übernahmen den Arbeitsalltag. Hinzu kamen weitere Produkte wie IBC Container (steht für Intermediate Bulk Container), Kanister, Kleingebinde aus Stahl, Hobbocks (Fachbegriff für fass- oder kanisterartige Behälter), Eimer und Flaschen. 


Seit 2007 führt der 33-jährige Nils Wulf in 5. Generation das Unternehmen und hat in den vergangenen Jahren richtungsweisende Entscheidungen getroffen. Die wichtigste war sicherlich der Umzug von Wilhelmsburg nach Buchholz im vergangenen Jahr. „Natürlich war das eine große Investition, aber in den alten Standort hätten wir auch Geld stecken müssen. Zudem war das Gelände auch zu klein. Hier sind wir jetzt modern aufgestellt und haben mit unseren 11.000 Quadratmetern 5.000 mehr Platz als vorher“, begründet Nils Wulf die Entscheidung.


Eine Ausweitung des Betriebsgeländes schien auch dringend notwendig zu sein, schließlich entwickelt sich das Geschäft mit den Industrieverpackungen positiv. Doch das Geschäft hat sich deutlich verändert: Während früher Arthur Wulf Fasshandel seine Produkte (Holzfässer) selber herstellte, ist das Unternehmen heute ein Händler, der seine Fässer direkt vom Hersteller bezieht. „98 Prozent unseres Geschäfts wickeln wir in Deutschland ab. Dabei sind wir in den vergangenen Jahren weniger Händler als vielmehr Rekonditionierer geworden“, erklärt Nils Wulf. Das bedeutet, dass das Unternehmen gebrauchte IBC Container und Kunststofffässer professionell reinigt und sie technisch geprüft wiederverkauft. Einsparungen von bis zu 50 Prozent auf den Neupreis sind so für den Kunden möglich.


Auch digital hat Nils Wulf aufgerüstet, schließlich kann man auch Fässer über das World Wide Web verkaufen. Und seit wenigen Wochen ist das nicht mehr nur für Großkunden möglich, denn Nils Wulf hat mit seinem Team einen Internetshop eingerichtet, in dem auch private Kunden einkaufen können.
Trotz des mehr als 11.000 Quadratmeter großen Geländes – mit nur 13 Mitarbeitern ist die Belegschaft der Arthur Wulf Fasshandel GmbH & Co. KG überschaubar. Vier Kollegen arbeiten im Office, zwei Fahrer kommen hinzu und der Rest arbeitet im Lager. „Wir sind ein gutes Team und wissen, was wir aneinander haben“, sagt Lager- und Produktionsleiter Nils Ullrich, dessen Bruder Jens Ullrich der Kaufmännische Betriebsleiter der Arthur Wulf Fasshandel GmbH & Co. KG ist. Der stieß 2008 zum Team und ist seitdem für alles zuständig, was so anfällt: „Ich kümmere mich um das Tagesgeschäft, von der Auftragsabwicklung bis zur Qualitätskontrolle. Bei so einem kleinen Team muss effizient gearbeitet werden“, sagt Jens Ullrich.


Dass mit dem jungen Nils Wulf ein frischer Wind durch das Unternehmen fegt, kann kaum eine andere Mitarbeiterin besser beurteilen als Marina Wachtel, die als Buchhalterin schon mit dem Senior zusammengearbeitet hatte: „Früher war es wesentlich ruhiger im Betrieb, aber jetzt sind wir aufgeblüht. Mit Nils Wulf ging es richtig los. Deshalb bin ich auch gerne hier. Es macht einfach Spaß und wir haben einen lockeren und familiären Umgangston.“


Wohin die Reise wirtschaftlich geht, ist schwer zu beurteilen. Nils Wulf: „Das Geschäft ist sehr volatil. Vorhersagen sind deshalb kaum möglich. Aktuell läuft es und darüber sind wir sehr froh.“

 

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