Carl Spaeter: Der starke Partner für den Handel

Stahl – das Grundgerüst unserer modernen Gesellschaft. Nichts geht ohne diesen Werkstoff, ob zu Hause in Fensterrahmen und Heizkörpern oder öffentlich verarbeitet für Brücken und Hochhäuser. Deshalb kommt gerade in Norddeutschland niemand an den Produkten der Carl Spaeter GmbH aus Hamburg-Billbrook vorbei. Das 1905 als Hamburger Eisenhandlung gegründete Unternehmen ist mit seinen 190 Mitarbeitern Spezialist für das Anarbeiten und den Handel mit Stahl. „Das bedeutet nichts anderes, als dass wir den Werkstoff bearbeiten – sägen, brennen, kanten, biegen, stanzen, bohren, nippeln oder strahlen und primern. Wir sind also die verlängerte Werkbank unserer Kunden“, sagt Bodo Beck, Geschäftsführer der Carl Spaeter GmbH Hamburg. Die Gesellschaft gehört zu einem Familienunternehmen, welches bereits in fünfter Generation geleitet wird und Ihren Hauptsitz in Duisburg hat.

Beliefert werden von Hamburg aus Händler im ganzen norddeutschen Raum, bis nach Skandinavien, die dann ihrerseits Stahlbauer oder Schlosser mit dem Material versorgen. Durch ihre Spezialisierung hat sich die Firma Carl Spaeter GmbH Hamburg einen Namen gemacht. „Was es bei uns gibt, gibt es bei keinem anderen Unternehmen in Deutschland. Wir sind der größte Anbieter von Stahlanarbeitung“, sagt Bodo Beck stolz. So gehört die Anarbeitung von Stahl auch zur Wachstumsstrategie des Unternehmens: Ein Drittel des Lagerprogramms kann gezielt nach den Wünschen des Kunden bearbeitet werden. Er erhält also alles aus einer Hand.

Doch trotz einer soliden wirtschaftlichen Grundstimmung gibt es Probleme in der Branche: „Die Schwerindustrie liegt brach, bestes Beispiel sind die Werften. Deshalb haben auch wir mit Absatzproblemen zu kämpfen“, berichtet Beck. Doch es gibt einen Lichtblick: „Ein Europäer benötigt durchschnittlich 150 Kilo Stahl im Jahr, zum Beispiel für sein Auto oder die Waschmaschine. In den bevölkerungsreichen Schwellenländern liegt der Bedarf gerade einmal bei drei bis vier Kilo. Wenn es gelingt, das zu ändern, gäbe es einen kräftigen Anschub für unseren Wirtschaftszweig.“

Und noch eine weitere Herausforderung erschwert dem Stahlhandelsunternehmen das Leben: der lahmende Verkehr auf den Straßen im Norden. „Wir leiden sehr darunter. Unser Ziel ist es, Wertschöpfung aus Schnelligkeit zu ziehen. Das ist unter diesen Infrastrukturvoraussetzungen nicht möglich. So verlieren wir gegenüber unseren Mitbewerbern“, so Beck. Vielmehr müsse der Verkehr auf den Hauptachsen A7, A1 oder der A21 jetzt wieder ins Rollen kommen.

Besuch in der 42.000 Quadratmeter großen Halle der Firma Carl Spaeter GmbH Hamburg: Stahl so weit das Auge reicht. Rund 7.400 unterschiedliche Artikel lagern hier, vom sechs Millimeter dünnen Stab bis hin zu riesigen Stahlplatten. Sie warten entweder auf ihre Weiterverarbeitung oder auf ihre Abholung bzw. Lieferung. An der Decke bewegen sich mehrere Krane, die im Sekundentakt Ware auf die bereitgestellten Lkw laden. Daneben zieht Schichtleiter Mathias Stuckenbröker (40) Planen eines Lkw stramm. Eine Spezialität von Spaeter sind überbreite Transporte unter Plane, damit auch große Stahlplatten ihren sicheren Weg zum Empfänger finden.

Am äußersten Ende legt Leszek Janusz (55) ein circa sechs Meter langes Stück Stahl auf die Kantbank. Mit einem unvorstellbaren Druck von 500 Tonnen wird hier Stahl in die richtige Form gebracht. Jimmy Cairns (52) bewegt mit seiner Fernbedienung einen Kran, um Rohre zu rangieren. Nur wenige Meter entfernt bedient Michael Czarnacki (60) eine Maschine, in der Formstahl und Breitflanschträger gebogen werden. Seit mehr als 24 Jahren ist er schon bei Spaeter. „Wir bei Spaeter sind hoch spezialisiert und deshalb gleicht auch kein Auftrag dem anderen, was unsere Branche auch so abwechslungsreich macht“, erklärt Klaus Jornitz, Prokurist Flachprodukte/Stahl nach Maß.

Die Geschichte des Unternehmens geht auf den Geheimen Kommerzienrat Friedrich Albert Carl Spaeter (1835–1909) zurück. Nach einer kaufmännischen Ausbildung kam Spaeter 1856 nach Koblenz, wo er die Geschäftsführung in der damaligen Spedition Wirth übernahm, die sich auf Binnenschifffahrt spezialisiert hatte. 1875 wurde er Alleininhaber des Betriebs. Spaeter organisierte ab 1875 Speditionsaufträge für Transporte von Roheisen aus der Sayner Hütte und lieferte Siegerländer Spiegeleisen nach England und Frankreich. Beim Bau des Suezkanals lieferte er Schienen aus der Burbacher Hütte im Saarland. 1871 kaufte er nach dem deutsch-französischen Krieg eine Zeche und ein Walzwerk und gründete 1880 in Lothringen die Rombacher Hüttenwerke und später die Veitscher Magnesitwerke AG in der Obersteiermark. Von 1884 bis 1902 war Spaeter Präsident der Handelskammer Koblenz. Sein Sohn Carl Spaeter (1862–1930) führte sein Werk fort.

Das Unternehmen Carl Spaeter war noch bis in die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts im Stahlbau tätig, verlagerte dann aber seinen Geschäftsschwerpunkt auf den Stahlhandel.

Flexibilität, Kundennähe, Individualität – das sind die Gründe, warum die Firma Carl Spaeter GmbH Hamburg trotz aller Widrigkeiten immer sehr gut im Geschäft ist. Als verlässlichen Partner schätzt Geschäftsführer Bodo Beck seit Jahrzehnten den AGA an seiner Seite. „Zum einen gehören wir dem AGA mit Tarifbindung an. Zum anderen ist der Verband ein gerne gesehener Ratgeber bei allen Streitigkeiten und ein wichtiges Sprachrohr für unsere Branche.“

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