Tarifrecht

Als Tarifpartner vereinbart der AGA mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die tariflichen Arbeitsbedingungen für den Groß- und Außenhandel im Hamburger Wirtschaftsraum, für Niedersachsen, für Schleswig-Holstein und für Mecklenburg-Vorpommern.

Tarifverträge für den norddeutschen Groß- und Außenhandel 2017


Die Tarifverhandlungen in Norddeutschland wurden am 20. Juni 2017 beendet. Mit der Einigung in Niedersachsen haben alle norddeutschen Bundesländer einen neuen Tarifvertrag. 

Die aktuellen Tarifverträge sind bis 2019 gültig. AGA-Mitgliedern stehen die Verträge zum Download zur Verfügung.

Tarifvertrag für den Hamburger Wirtschaftsraum
Tarifvertrag für Niedersachsen
Tarifvertrag für Mecklenburg-Vorpommern 
Tarifvertrag für Schleswig-Holstein

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Schreiben Sie einfach eine E-Mail an anforderungen(at)aga.de und teilen Sie uns das Bundesland sowie die Anzahl an Exemplaren mit.

Tarifverhandlungen für den norddeutschen Groß- und Außenhandel 2017

Die Tarifverhandlungen über Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen für den norddeutschen Groß- und Außenhandel beginnen. Unsere Tarif-Information berichtet über Verlauf und Ergebnis der Verhandlungen. 

Hamburger Wirtschaftsraum  > DOWNLOAD DER TARIFTABELLE 

1. Verhandlungstermin: 28. April 2017 > Tarif-Information
2. Verhandlungstermin: 18. Mai 2017 > Tarif-Information
3. Verhandlungstermin: 13. Juni 2017 > Tarif-Information

Mecklenburg-Vorpommern  > DOWNLOAD DER TARIFTABELLE 

1. Verhandlungstermin: 12. Mai 2017 > Tarif-Information
2. Verhandlungstermin: 14. Juni 2017 > Tarif-Information

Niedersachsen > DOWNLOAD DER TARIFTABELLE

1. Verhandlungstermin: 10. Mai 2017 > Tarif-Information 
2. Verhandlungstermin:  2. Juni 2017 > Tarif-Information
3. Verhandlungstermin: 20. Juni 2017 > Tarif-Information

Schleswig-Holstein  > DOWNLOAD DER TARIFTABELLE

1. Verhandlungstermin: 2. Mai 2017 > Tarif-Information
2. Verhandlungstermin: 7. Juni 2017 > Tarif-Information

Tarifverträge für den norddeutschen Groß- und Außenhandel 2015

Die Tarifverhandlungen in Norddeutschland wurden am 15. Juli 2015 beendet. Mit der Einigung in Niedersachsen haben alle norddeutschen Bundesländer einen neuen Tarifvertrag. 

Die aktuellen Tarifverträge sind bis 2017 gültig. AGA-Mitgliedern stehen die Verträge zum Download zur Verfügung.

Ein Kommentar von AGA-Geschäftsführer Volker Hepke zu den Entwicklungen im Tarifbereich

2017 stehen Tarifverhandlungen im norddeutschen Groß- und Außenhandel an. 2016 wurden Abschlüsse in anderen wichtigen Branchen erzielt. Die Tarifbindung und die Unternehmen, die sich gegen sie entscheiden, sind immer häufiger Gegenstand der medialen Berichterstattung. Welche Entwicklungen sind zu erwarten? Ein Kommentar von Rechtsanwalt Volker Hepke, Geschäftsführer Recht & Tarife im AGA und hauptamtlicher Verhandlungsführer der norddeutschen Tarifkommissionen.

Im Jahr 2016 haben in zahlreichen Branchen Tarifvertragsabschlüsse stattgefunden. Der Tarifvertrag ist nach wie vor ein wichtiges Instrument zur Regelung von Arbeitsbedingungen, insbesondere der Entgelte in den einzelnen Branchen. Allerdings beobachten wir, dass im Trend immer weniger Unternehmen tarifgebunden sind. Dies hat weniger etwas mit den im Tarifvertrag vorgegebenen Entgelten zu tun, die in vielen Branchen, so auch im Groß- und Außenhandel, häufig nur Mindestbedingungen widerspiegeln. Angesichts der zunehmenden Knappheit von qualifizierten Arbeitskräften wird in vielen Bereichen bereits übertariflich vergütet.

Zu starre Regelungen?

Hemmnis für eine Tarifmitgliedschaft sind häufig die recht starren Arbeitszeitregelungen in den Manteltarifverträgen. Die Tarifverträge halten hier mit den aktuellen Entwicklungen nicht Schritt. Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt und flexibilisiert sie auch im Bereich der Arbeitszeit. Die Gewerkschaften stimmen jedoch häufig nicht zu, diese Flexibilisierung durch entsprechende Regelungen in Tarifverträgen nachzuvollziehen. Die Praxis zeigt, dass strukturelle Veränderungen in Tarifverträgen nur schwer und langwierig mit den Arbeitnehmervertretungen zu verhandeln sind.

Verhandlungen über neue Entgeltstrukturen

Die Herausforderungen bei der Etablierung struktureller Veränderungen in Tarifverträgen liegen aber auch in der Komplexität der Themen. So sind die Gespräche für die Schaffung einer neuen Entgeltstruktur in Hamburg konstruktiv vom AGA gemeinsam mit Verdi angegangen worden und werden 2017 weiter fortgeführt. Auch arbeitswissenschaftlicher Input durch Prof. Dr. Alfred Oppolzer wird eingeholt, um diese Verhandlungen voranzutreiben. 2016 konnten erste Ergebnisse fixiert werden, sodass die neue Struktur erkennbar wird. Großer Diskussionsbedarf ist insbesondere für den Überleitungstarifvertrag zu erwarten, sodass auch 2017 weiter verhandelt werden muss – unabhängig von den ohnehin anstehenden regulären Tarifvertragsverhandlungen für den norddeutschen Groß- und Außenhandel. 

Warum sich die Tarifbindung lohnt

Trotz aller Schwächen, die ein generalisierendes Modell wie der Tarifvertrag hat, bietet er jedoch auch erhebliche Chancen. So ist der Tarifvertrag nach wie vor ein hervorragender Branchenindikator für die jeweiligen Arbeitsbedingungen. Dies gilt insbesondere für die Tarifverträge des norddeutschen Groß- und Außenhandels. Sie geben Arbeitgebern klare Hinweise dazu, welche Konditionen in der Branche üblich sind. Für Arbeitnehmer sind sie dagegen ein guter Orientierungspunkt, um die eigene ausgeübte Tätigkeit einzuschätzen.

Branchenbedingungen mitgestalten

Viele Unternehmen orientieren sich nach wie vor am gültigen Tarifvertrag, ohne aber selbst aktiv an den Verhandlungen mitzuwirken. Die Tarifmitgliedschaft in einem Arbeitgeberverband bietet jedoch die einmalige Chance, die Branchenbedingungen mitzugestalten und so eigene Erfahrungen und Know-how einzubringen. Gerade in der Auseinandersetzung mit bestimmten Tätigkeiten und Tätigkeitsdefinitionen liegt der Mehrwert für Arbeitgeber, die in den Diskussionen wichtige Erkenntnisse und Vergleiche zu ihren Eingruppierungen erhalten.

AGA-Geschäftsführer Volker Hepke zu den Tarifabschlüssen 2015

Herr Hepke, sind Sie mit den Ergebnissen aus dem Jahr 2015 zufrieden?

„Die Abschlüsse in Norddeutschland waren schwierig zu erreichen und sind für viele Unternehmen auch schwer umzusetzen. Im Vergleich hat der Einzelhandel unter unserer Wirtschaftsstufe abgeschlossen. Das zeigt, wie weit unsere Arbeitgeber gegangen sind. Die Planungssicherheit von zwei Jahren ist für die Unternehmen sehr positiv und war auch dringend notwendig. Da hat es im Jahr 2015 andere gegeben, die ihre Abschlüsse nur für ein Jahr festmachen konnten. Hier konnten wir an die guten Regelungen aus den letzten Jahren anknüpfen.  

Sie haben sich für andere Arbeitszeiten an Weihnachten und Neujahr eingesetzt, warum?

Es war uns wichtig, Verdi für das Thema zu sensibilisieren und zu zeigen, dass wir hier dringenden Handlungsbedarf sehen. Uns war bei unserer Forderung nach neuen Arbeitszeitregelungen für diese Tage klar, dass wir diese nicht im ersten Anlauf würden durchsetzen können. Sie sind im Rahmentarifvertrag festgelegt und der ist nicht gekündigt. Gerade der Bereich Cash & Carry steht aber in großer Konkurrenz zum Einzelhandel. Dort gibt es aber ganz andere, arbeitgeber- und kundenfreundlichere Arbeitszeitregelungen – zum Beispiel für Samstagsarbeit oder Heiligabend und Silvester. So kann es passieren, dass ein Gastronom an Silvester den Profihandel nicht mehr erreichen kann, während der Discounter noch offen hat. Das ist nicht verständlich und für die ganze Branche nicht günstig.

Wie sieht die Zukunft der Tarifarbeit aus und was haben wir von der Tarifeinheit zu erwarten?

Wir beobachten, dass wir zunehmend zu einem Arbeitnehmermarkt kommen. Das heißt, Tarifverträge werden in Zukunft weiter als Orientierungshilfen Gültigkeit haben, aber die Verhandlungen um das Tarifentgelt selbst werden gerade für Fachkräfte an Bedeutung verlieren. Denn wer heute seine Leistungsträger halten will, muss zusätzliche Leistungen anbieten – das muss nicht immer Geld sein. Tarifverträge werden aber wichtige Branchenindikatoren bleiben und es den Unternehmen weiter erleichtern, Lohn- und Gehaltsregelungen zu finden.

Das Tarifeinheitsgesetz ist eine „Lex Bahn“ und wird meiner persönlichen Meinung nach einer Überprüfung durch das Bundesverfassungsgericht nicht standhalten. Für den Groß- und Außenhandel hat es keine tarifliche Relevanz, denn hier haben wir es nicht mit konkurrierenden Gewerkschaften für gleiche Beschäftigtengruppen zu tun. Maximal wird es die Neugründung von Gewerkschaften in unserer Branche verhindern. Das ändert nichts am Status quo. Aus meiner Sicht hilft das Tarifeinheitsgesetz niemandem. Das Parlament muss sich vielmehr grundsätzlich mit den Streiks sensibler Bereiche auseinandersetzen. Für die tut das Gesetz wenig – zumal wenn sich herausstellen sollte, dass es verfassungswidrig ist.

Im Jahr 2015 haben diverse Streiks in solchen sensiblen Bereichen zu Problemen für Unternehmen geführt. Kann man die Wirtschaft schützen?

Die Streiks vieler Gewerkschaften im Jahr 2015 haben die norddeutsche Wirtschaft stark beeinflusst und beeinträchtigt. Trotzdem kann man für unsere Branche nicht davon sprechen, dass die Streiklust sich ausbreiten würde. Im Groß- und Außenhandel wurde in einem verkraftbaren Rahmen gestreikt, der zu einer Tarifverhandlung auch dazugehört. Man muss aber wissen, dass das Streikrecht an sich überhaupt nicht gesetzlich geregelt ist. Um die norddeutsche Wirtschaft vor solchen Ausfällen zu schützen, wie wir sie 2015 erlebt haben, müsste die Bundesregierung Regeln für den Streik in Bereichen finden, die ich mit dem Oberbegriff „Daseinsfürsorge“ kennzeichnen würde. Das wäre der Schlüssel, mit dem es gelingen kann, Arbeitskämpfe wirklich sozialverträglich zu gestalten. Aber Rechtsprechung dazu gibt es nur vom Bundesarbeitsgericht. Da gehört die Debatte nicht hin. Der Gesetzgeber ist gefordert, für die Bereiche der Daseinsfürsorge den Arbeitskampf zu normieren. Angesichts der streikbedingten Schäden muss man sich auch fragen, ob die Privatisierung im Bereich der Daseinsfürsorge immer der beste Weg ist.

Ihr Ansprechpartner:
Volker Hepke Geschäftsführer Recht & Tarife, Rechtsanwalt

Tel.: 040 30801-211

E-Mail schreiben

Aktuelle Informationen aus dem Tarifbereich

Der AGA berichtet regelmäßig über Entwicklungen aus dem Tarifbereich. Aktuelle Informationen finden Sie hier

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