14.02.2020

6 Fragen an Dr. Peter Tschentscher (SPD)

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Letzter Teil der Interviewreihe, die der AGA mit den Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten im Kampf um die Bürgerschaft geführt hat: Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher, Spitzenkandidat der SPD.

1. Warum sollten die Bürger Hamburgs gerade Sie bzw. Ihre Partei wählen?

Weil wir die Stadt seit 2011 auf einen guten Kurs gebracht haben, den wir fortsetzen sollten. Wir müssen dabei die ganze Stadt im Blick behalten und den Klimaschutz mit einer weiterhin starken Wirtschaft verbinden. Die SPD sorgt für den sozialen Ausgleich und hat in Hamburg bewiesen, dass sie die Stadt voranbringen kann. Im Wohnungsbau, mit kostenlosen Kita-Plätzen, innerer Sicherheit und einem soliden Haushalt, der uns Investitionen in wichtige Zukunftsprojekte ermöglicht. Dazu gehören der Bau neuer U- und S-Bahnen, der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, die Modernisierung des Hafens und eine Stärkung von Schulen und Hochschulen. Mit einer umfassenden Innovations- und Digitalstrategie bringen wir Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um Hamburg zu einer starken und dynamischen Metropole des 21. Jahrhunderts zu machen.

2. Die Infrastruktur in und um Hamburg ist trotz aller Bemühungen immer noch sehr verbesserungsbedürftig. Wie wollen Sie die Infrastrukturprobleme lösen?

Hamburgs Straßen sind nach dem von Vorgängersenaten verursachten Sanierungsstau endlich wieder in einem deutlich besseren Zustand. Unsere jahrelangen Sanierungs-anstrengungen zeigen Wirkung. Mit dem systematischen Erhaltungsmanagement und umfangreichen Investitionen sanieren wir Hamburgs Straßen nach und nach zielgerichtet und bedarfsgerecht. Wir haben daneben ein modernes Baustellenmanagement entwickelt, das die Baustellen der städtischen und anderer Bauträger miteinander koordiniert und eine zuverlässige Kommunikation sicherstellt. Die Auswirkungen unserer Sanierungsoffensive sollen so gering wie möglich gehalten werden.
Für die Zukunft ist es unser Ziel, dass neben den Hauptverkehrsstraßen und den Bezirksstraßen mit gesamtstädtischer Bedeutung auch die vielen übrigen Bezirksstraßen in einen guten Zustand gebracht werden.
Von den 2.500 Brücken sind viele in die Jahre gekommen und müssen in Ordnung gebracht werden. Wir stellen uns den damit verbundenen Sanierungs- und Wartungsaufgaben. Das strategische Erhaltungsmanagement für die Stadtstraßen hat sich so gut etabliert, dass wir dies auf die Straßenbrücken sowie auf Nebenflächen der Straßen (insbesondere Geh- und Radwege) sowie Kaianlagen, Grün- und Erholungsanlagen (einschließlich Spielplätzen) und Sportstätten übertragen wollen.

3. Wie stehen Sie zu konkreten Infrastrukturplänen in Hamburg: Soll es die A26-Ost und eine Köhlbrandquerung geben? Soll der Ersatz für die Köhlbrandbrücke eine Brücke oder ein Tunnel sein?

Ja, beide Projekte sind von zentraler Bedeutung für die künftige Verkehrs- und Wirtschaftsentwicklung in Hamburg: Die Planung der Erweiterung der A26 in Richtung Osten von Neu Wulmstorf über die A7 bis an die A1 bei Stillhorn ist weitestgehend abgeschlossen. Den Bau wollen wir zügig umsetzen. Durch die Schaffung dieser Verkehrsachse erreichen wir eine wichtige Entlastung für den Verkehr im Hamburger Süden und eine verbesserte Anbindung der südlichen Hafenflächen. Auch die in die Jahre gekommene Köhlbrandbrücke muss durch eine neue Querung ersetzt werden. Hierzu werden wir eine faire Kosten-verteilung mit dem Bund vereinbaren. Vieles spricht für eine Tunnellösung, um nicht nur den Verkehr, sondern auch die Zukunft des Hafens mit in den Blick zu nehmen. Mit einem Tunnel können wir eine elektrifizierte Containertransportstrecke mitplanen und so den LKW-Verkehr entlasten oder verringern. Wir binden außerdem das hinter der Querung liegende Terminal optimal an das Gesamthafengebiet an.

4. Wie stehen Sie zum Thema autofreie Innenstadt in Hamburg?

Wir wollen weitere autofreie und autoarme Zonen in der Innenstadt schaffen, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Die Innenstadt muss weiterhin für alle gut erreichbar bleiben, soll aber mehr attraktive öffentliche Plätze und vielfältig gestaltete Räume erhalten. Das erhöht die Aufenthaltsqualität für die Menschen und stärkt den Einzelhandelsstandort. Die Innenstadt baucht attraktive, durchgängige, großzügige und verkehrssichere Räume, vor allem für den Rad-- und Fußverkehr.

5. Welche Rolle spielt die deutsche Außenwirtschaft für Hamburg?

Die Außenwirtschaft ist ein zentraler Teil der Hamburger Wirtschaft und historisch mit der Entwicklung Hamburgs eng verbunden. Hamburg ist heute der wichtigste Außenwirtschafts-platz in Deutschland und einer der führenden Im- und Exportstandorte des Kontinents. Die in Hamburg ansässigen Im- und Exporteure verfügen über profunde Fachkenntnisse und langjährige internationale Geschäftskontakte. Sie sind somit der ideale Partner der deutschen und internationalen Wirtschaft.

6. Welches sind die größten Herausforderungen für Hamburg in den kommenden Jahren und wie wollen Sie diese lösen?

Wir müssen den erforderlichen Klimaschutz umsetzen, indem wir unsere Wirtschaft und die energieintensiven Unternehmen bei dem hierfür erforderlichen technologischen Fortschritt unterstützen. Dazu haben wir ein Bündnis für die Industrie der Zukunft geschlossen und zahlreiche innovative Reallaborprojekte entworfen, die zu geringeren CO2-Emissionen führen und zugleich die Wertschöpfung und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen erhalten. Wir sorgen für Klimaschutz und eine bessere Mobilität für alle, indem wir den Bus-, Bahn- und Fahrradverkehr ausbauen und Lösungen entwickeln. Mit einem neuen Fernwärmekonzept steigen wir aus der Kohle aus und sichern eine günstige und klimafreundliche Wärmeversorgung. Hamburg ist eine attraktive Wirtschaftsmetropole und das soll so bleiben.

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