10.02.2021

AGA-Jahrestagung 2021: Dr. Peter Tschentscher teilt Aussichten mit über 500 Gästen im Livestream

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„Die Corona-Pandemie hat die Hamburger Wirtschaft stark getroffen“, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher bei der erstmals rein virtuellen AGA-Jahrestagung am 9. Februar 2021. Dennoch könne man in hanseatischer Weise in die Zukunft blicken: risikobewusst, aber zuversichtlich. Über 500 Zuschauer verfolgten die Veranstaltung live an den Bildschirmen – Zuschauerrekord für eine digitale AGA-Veranstaltung.

AGA-Jahrestagung 2021 - Zusammenschnitt

„Die Hamburger Wirtschaft, die Wirtschaft im Norden insgesamt ist stark. Mit gezielten Investitionen in die Zukunftsfelder Digitalisierung, Mobilität und Klimaschutz wollen wir nachhaltige Wachstumsimpulse setzen, um die Krise zu überwinden und an die gute Entwicklung der vergangenen Jahre anzuknüpfen“, sagte Bürgermeister Tschentscher in seinem Vortrag. Für die Handels- und Dienstleistungsbranchen böten insbesondere das europäisch-chinesische Investitionsabkommen sowie das Wiederaufleben der transatlantischen Beziehungen eine gute Perspektive.  

Zu den Corona-Beratungen zwischen Bund und Ländern am Folgetag sagte Bürgermeister Tschentscher: „Die wichtigste Wirtschaftshilfe besteht darin, dass wir die Corona-Pandemie so schnell wie möglich überwinden und die Einschränkungen für das private und wirtschaftliche Leben wieder zurücknehmen können. Dies gelingt nur, wenn wir weiterhin die Kraft und Disziplin aufbringen, die nötig sind, um die Infektionszahlen zu senken. Der Gesundheitsschutz und die wirtschaftliche Entwicklung sind keine Gegensätze, das eine ist die Voraussetzung für das andere.“ Während der Corona-Pandemie würden Bund und Länder enorme Wirtschafts- und Finanzhilfen bereitstellen, um Unternehmen und Beschäftigte vor den Folgen der Krise zu schützen und strukturelle Schäden zu verhindern.

AGA-Jahrestagung - Mitschnitt des Livestreams

Wie üblich bei der Jahrestagung hatten die Gäste auch diesmal die Möglichkeit, ihre Fragen an den Gastredner zu richten – und machten davon rege Gebrauch. Via E-Mail erreichten uns vorab einige Fragen zum Themenkomplex Gleichklang bzw. Zusammenarbeit der Länder hinsichtlich Öffnungen und Maßnahmen in der Corona-Pandemie. „Idealerweise wird es eine abgestimmte Strategie für ganz Deutschland geben. Für uns in Hamburg und unsere Nachbarländer im Norden ist es natürlich besonders wichtig, dass wir uns untereinander abstimmen und im Gleichklang vorgehen." Würden die norddeutschen Bundesländer keine einheitliche Öffnungsstrategie verfolgen, entstünde Mobilität und das sei nicht im Sinne der Pandemie-Bekämpfung. 

Ein weiteres Thema, um das sich einige Fragen drehten, waren Exporte und der Hamburger Hafen. Ein AGA-Mitglied fragte, wie sich Hamburg bei sinkenden Exporten weltweit im Hafen aufstellt, um Mindermengen aufzufangen oder die Unternehmen entsprechend zu unterstützen. “Wir haben Stärken, wir wollen den Hafen moderner machen, wir wollen digitalisieren, wir wollen den Reedereien eine effiziente Hafenlogistik anbieten, damit wir im Wettbewerb zwischen Hamburg, Bremen und Wilhelmshaven auf der einen Seite und Rotterdam und Antwerpen auf der anderen Seite ein guter Handelsstandort im Im- und Export bleiben“, so Tschentscher. 

Zu Beginn der AGA-Jahrestagung gab AGA-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse eine Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage: „Nach zehn Jahren Wachstum ist die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr um 5 Prozent eingebrochen. Ein Schlag für uns alle. Gemessen an den Prognosen vom Beginn der Pandemie, war der Rückgang der Wirtschaftskraft 2020 nicht so stark wie befürchtet. Aufatmen können wir aber noch nicht. Wir stehen vor herausfordernden Wochen und Monaten.“ 

Trotz der angespannten aktuellen Lage warb Dr. Kruse bei den norddeutschen Händlern und Dienstleistern dafür, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Denn mit aktuell drei zugelassenen Impfstoffen könne es schon in diesem Jahr wieder schrittweise bergauf gehen: „Wir erwarten für unsere Wirtschaftsstufe ein Wachstum, das weiterhin vom Verlauf der Pandemie abhängt. Insgesamt rechnen wir aber damit, dass die Wirtschaft schon im nächsten Jahr den Einbruch aufgeholt hat.“ Die Politik könne der Wirtschaft dabei helfen. „Vor allem, durch den Verzicht auf neue Gesetze, die uns dabei behindern. Was wir sicher nicht brauchen, ist ein zwar gut gemeintes, aber völlig praxisfernes Lieferkettengesetz, einen Rechtsanspruch auf Homeoffice oder ein zusätzliches Unternehmensstrafrecht“, sagte Dr. Kruse. 

Zum Abschluss der Veranstaltung informierte der Vorsitzende des Vorstands der Allianz Lebensversicherungs-AG, Dr. Andreas Wimmer, über die konjunkturellen Aussichten und die Kapitalmarktentwicklung mit den Konsequenzen für Anleger. „Die Zentralbanken werden auf den Kapitalmärkten immer präsenter und halten das Zinsniveau in der Eurozone auf Sicht extrem niedrig. Die erhöhte Sparquote der Haushalte zeigt die Vorsicht, mit der die weitere wirtschaftliche Entwicklung beobachtet wird. Sie eröffnet jedoch auch Möglichkeiten, beispielsweise in der langfristigen Altersvorsorge. In der aktuellen Nullzinsphase ist ein langfristiger Anlagehorizont und ein professioneller Zugang zu Investments abseits von Staatsanleihen entscheidend für eine attraktive Rendite“, so Dr. Wimmer. 

Der AGA Unternehmensverband bedankt sich bei der Allianz Lebensversicherungs-AG, die die Jahrestagung in diesem Jahr aktiv als Kooperationspartner unterstützte.

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