09.02.2021

AGA-Jahrestagung vor Corona-Gipfel – Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher: „Risikobewusst, aber zuversichtlich“

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„Die Corona-Pandemie hat die Hamburger Wirtschaft stark getroffen“, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher auf der virtuellen Jahrestagung des AGA Unternehmensverbandes, die unter dem Motto „Aufbruch in bewegten Zeiten“ stand. Dennoch könne man in hanseatischer Weise in die Zukunft blicken: risikobewusst, aber zuversichtlich.

„Die Hamburger Wirtschaft, die Wirtschaft im Norden insgesamt ist stark. Mit gezielten Investitionen in die Zukunftsfelder Digitalisierung, Mobilität und Klimaschutz wollen wir nachhaltige Wachstumsimpulse setzen, um die Krise zu überwinden und an die gute Entwicklung der vergangenen Jahre anzuknüpfen“, sagte Bürgermeister Tschentscher in seinem Vortrag. Für die Handels- und Dienstleistungsbranchen böten insbesondere das europäisch-chinesische Investitionsabkommen sowie das Wiederaufleben der transatlantischen Beziehungen eine gute Perspektive. Mit Blick auf die bevorstehenden Corona-Beratungen zwischen Bund und Ländern sagte Bürgermeister Tschentscher: „Die wichtigste Wirtschaftshilfe besteht darin, dass wir die Corona-Pandemie so schnell wie möglich überwinden und die Einschränkungen für das private und wirtschaftliche Leben wieder zurücknehmen können. Dies gelingt nur, wenn wir weiterhin die Kraft und Disziplin aufbringen, die nötig sind, um die Infektionszahlen zu senken. Der Gesundheitsschutz und die wirtschaftliche Entwicklung sind keine Gegensätze, das eine ist die Voraussetzung für das andere.“ Während der Corona-Pandemie würden Bund und Länder enorme Wirtschafts- und Finanzhilfen bereitstellen, um Unternehmen und Beschäftigte vor den Folgen der Krise zu schützen und strukturelle Schäden zu verhindern.

Zu Beginn der AGA-Jahrestagung, die erstmals als Livestream übertragen wurde, gab AGA-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse eine Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage: „Nach zehn Jahren Wachstum ist die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr um 5 Prozent eingebrochen. Ein Schlag für uns alle. Gemessen an den Prognosen vom Beginn der Pandemie, war der Rückgang der Wirtschaftskraft 2020 nicht so stark wie befürchtet. Aufatmen können wir aber noch nicht. Wir stehen vor herausfordernden Wochen und Monaten.“ 

Trotz der angespannten aktuellen Lage warb Dr. Kruse bei den norddeutschen Händlern und Dienstleistern dafür, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Denn mit aktuell drei zugelassenen Impfstoffen könne es schon in diesem Jahr wieder schrittweise bergauf gehen: „Wir erwarten für unsere Wirtschaftsstufe ein Wachstum, das weiterhin vom Verlauf der Pandemie abhängt. Insgesamt rechnen wir aber damit, dass die Wirtschaft schon im nächsten Jahr den Einbruch aufgeholt hat.“ Die Politik könne der Wirtschaft dabei helfen. „Vor allem, durch den Verzicht auf neue Gesetze, die uns dabei behindern. Was wir sicher nicht brauchen, ist ein zwar gut gemeintes, aber völlig praxisfernes Lieferkettengesetz, einen Rechtsanspruch auf Homeoffice oder ein zusätzliches Unternehmensstrafrecht“, sagte Dr. Kruse.

Zum Abschluss der Veranstaltung informierte der Vorsitzende des Vorstands der Allianz Lebensversicherungs-AG, Dr. Andreas Wimmer, über die konjunkturellen Aussichten und die Kapitalmarktentwicklung mit den Konsequenzen für Anleger. „Die Zentralbanken werden auf den Kapitalmärkten immer präsenter und halten das Zinsniveau in der Eurozone auf Sicht extrem niedrig. Die erhöhte Sparquote der Haushalte zeigt die Vorsicht, mit der die weitere wirtschaftliche Entwicklung beobachtet wird. Sie eröffnet jedoch auch Möglichkeiten, beispielsweise in der langfristigen Altersvorsorge. In der aktuellen Nullzinsphase ist ein langfristiger Anlagehorizont und ein professioneller Zugang zu Investments abseits von Staatsanleihen entscheidend für eine attraktive Rendite“, so Dr. Wimmer.

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