31.01.2020

Dr. Hans Fabian Kruse zu den Folgen des Brexits für Norddeutschland

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Nach mehr als drei Jahren Hin und Her verlässt Großbritannien heute Nacht ganz offiziell die Europäische Union. Dazu nimmt AGA-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse wie folgt Stellung:

„Der Brexit erscheint vielen immer noch wie ein bedauerliches Missverständnis, aber jetzt ist er da. Die Briten haben abgestimmt und Premierminister Boris Johnson hat nun eine klare parlamentarische Mehrheit. Der formale Austritt aus der EU erfolgt heute Nacht. 

Bis Ende diesen Jahres bleibt für die deutschen und Hamburger Unternehmen erst einmal alles beim Alten, die bisherigen Regeln haben für diese Übergangsfrist Bestand. Ab Freitag haben die Unterhändler dann nur elf Monate Zeit, um das zukünftige Verhältnis zwischen der Europäischen Union und Großbritannien zu definieren. Deshalb bin ich skeptisch: Noch nie ist ein so komplexes Handelsabkommen in so kurzer Zeit ausgehandelt worden. In vergleichbaren Fällen benötigten die Parteien zwischen vier und sechs Jahren. Es ist also ein sehr ambitioniertes Vorhaben.

Trotz britischer Vorfestlegung werden wir Ende des Jahres vor der Frage stehen: Gibt es eine elegante Zwischenlösung, eine Verlängerung der Übergangsfrist oder doch noch einen harten Brexit? Boris Johnson lehnt eine Verlängerung bisher kategorisch ab. Deshalb hoffe ich auf eine elegante Zwischenlösung in Form einer Serie von sektoral und zeitlich gestaffelten Übergangsregelungen. Den ungeordneten Brexit will wirklich keiner und die zusätzlichen Folgen für die Wirtschaft wären sehr groß.

Wenn es doch noch einen harten Brexit geben sollte, also einen Rückfall auf OECD-Standards, dann wird es nochmal kräftig knirschen bis sich alle daran angepasst haben. 

Ich denke, die norddeutschen Unternehmer machen sich keine großen Sorgen, denn in der Geschichte haben sich schon oft etablierte Handelsbeziehungen erschwert, aber immer taten sich auch wieder neue Chancen auf.“

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Martin Schnitker
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