08.06.2021

UnternehmerTag 2021: Für die Mobilitätswende an einem Strang ziehen

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Von der Luft- und Raumfahrt, über Drohnen und Shared Mobility bis hin zum Lastenrad: Der digitale UnternehmerTag am 8. Juni deckte viele Facetten zukunftsweisender Mobilitätslösungen ab und schloss nahtlos an die PolitikZeit vom Vortag an.

So unterschiedlich die Branchen und vorgestellten Mobilitätskonzepte über den UnternehmerTag hinweg auch waren, eine Botschaft zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung: Gelingen kann die Mobilitätswende nur, wenn alle Akteure – Politik, Wirtschaft, Interessengruppen und Wissenschaft – an einem Strang ziehen. Es gilt, alle Verkehrsträger und -teilnehmer mit ihren spezifischen und berechtigten Anforderungen einzubinden. Gemeinsam lässt sich ein ressourcenschonender Mobilitätsmix erreichen.

In diesem Sinne brachte der Präses der Handelskammer Hamburg, Prof. Norbert Aust, es schon zum Auftakt des UnternehmerTages auf den Punkt: „Die Corona-Krise hat uns deutlich vor Augen geführt, dass wir uns heute Gedanken machen müssen, wie wir künftig leben wollen und vor allem wovon. Klar ist, dass wir die großen Herausforderungen unserer Zeit nur mit der Wirtschaft gemeinsam, Verbände und Kammern im engen Schulterschluss und im norddeutschen Verbund lösen können. Ohne Innovationen werden wir nicht aus der Krise kommen. Das gilt auch für die Mobilität – in Hamburg und in Norddeutschland. Um eine echte Mobilitätswende zu schaffen, müssen wir alle Verkehrsträger im Blick haben.“

Für Christina Kunkel, Wirtschaftskorrespondentin der Süddeutschen Zeitung, nimmt die Mobiltätswende Fahrt auf. Jedoch sei das Bedürfnis nach individueller Fortbewegung immer noch groß. Ändern werde sich daran so schnell nichts. Vor allem in ländlichen Gebieten sei es unvorstellbar, auf das eigene Auto zu verzichten, so die Journalistin.

Zusammenarbeit bedeutet im Kontext der Mobilität auch, voneinander zu lernen. Insbesondere die Impulse der Gründerin und aktiven Pilotin Dr. Tanja Becker und der Abteilungsleiterin Innovation und Neue Märkte beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Dr. Franziska Zeitler, legten dar, wie sehr der Mobilitätssektor vom Technologie- und Wissenstransfer aus der Luft- und Raumfahrtbranche profitiert.

„Um zukünftige Herausforderungen – auch im Zeichen der Mobilität – meistern zu können, ist psychologische Sicherheit eine Grundvoraussetzung", sagte Tanja Becker. Diese Sicherheit sei ein wichtiger Faktor, um nicht nur Hochleistung zu erreichen, sondern auch Diversity und Innovationskraft zu leben. 

Die studierte Ingenieurin betonte, „Crew Resource Management“ sei der Nachweis dafür, dass psychologische Sicherheit nachhaltig etabliert werden könne und nicht nur die Effizienz erhöhe, sondern auch die Arbeitszufriedenheit und Identifikation mit der eigenen Tätigkeit steigere. Ihr Fazit: Viele Aspekte und Erfahrungen aus der Luftfahrt können Unternehmen zur Lösung eigener Herausforderungen adaptieren.

Dass sich die Mobilitätswende aber nicht nur mit Hochtechnologie voranbringen lässt, stellte Dr. Johannes Gruber dar. Er leitet am Institut für Verkehrsforschung im DLR die Gruppe „Last Mile Logistik und Güterverkehr“ und erforscht dabei die Einsatzmöglichkeiten von Lastenrädern. Gerade auf der Letzten Meile gewinnen die vielseitigen Zweiräder immer mehr an Bedeutung und werden in Logistikkonzepte integriert.

Gruber erklärte, dass der Einsatz von Lastenrädern vor allem im Umkreis von etwa 3 Kilometern um das Depot Sinn machen könne. Hier seien im Verhältnis zwischen Fahrtzeit und Fahrtstrecke die größten Überschneidungen mit dem Pkw zu verzeichnen. Zwar sei das Auto derzeit noch überlegen, aber in Stausituationen minimiere sich der Vorsprung. Und die zusätzliche Zeit für die Parkplatzsuche entfalle. Der Experte sieht im Lastenrad auch potenzielle Wettbewerbsvorteile für Unternehmen, etwa eine Senkung der Gesamtbetriebskosten oder die Gewinnung neuer Kundengruppen.

Die vielfältige Agenda des Unternehmertages komplettierten mit ihren Impulsen Christian Kühnhold, geschäftsführender Gesellschafter von Smart City Loop, Ralf Schmitt als Geschäftsführer der volaer.io GmbH und Christoph Ziegenmeyer, Head of Communications bei MOIA. 

Weitere Informationen zum Veranstaltungsprogramm und allen Gästen des Unternehmertages 2021 finden Sie hier.

Der AGA dankt der IHK Nord, der GR Eventtechnik GmbH, 25 Partnerverbänden und der Commerzbank für die Unterstützung des UnternehmerTages 2021.

Fotos: AGA/Christian Ströder

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