16.05.2022

Fehlzeiten & Fluktuation 2021: Pandemieeffekte sichtbar

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Das Corona-Virus und seine Folgen haben sich im Jahr 2021 auf die Belegschaft der norddeutschen Händler und Dienstleister ausgewirkt. Wie die Ergebnisse der 43. Studie „Fehlzeiten und Fluktuation“ des AGA Unternehmensverbandes zeigen, gab es einen signifikanten Anstieg der Fehlzeiten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Im Vergleich zum ersten Pandemiejahr 2020 erhöhte sich auch die Fluktuationsquote, die insbesondere auf durch die Arbeitgeber beeinflussbaren Faktoren bzw. Ursachen zurückzuführen ist.

Im Durchschnitt fehlten die Beschäftigten im Jahr 2021 aufgrund von Krankmeldungen an 20,5 Arbeitstagen (2020: 16,1). Der Krankenstand lag damit bei 7,9 Prozent und stieg somit im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozentpunkte. Zum ersten Mal wurden für die Fehlzeiten auch die coronabedingte Quarantäne und Kinderkrankentage erhoben, welche jeweils zu Fehlzeiten von 0,1 bis 0,2 Prozent führten.

„Das Mehr an Krankmeldungen überrascht nicht. Der erhöhte Krankenstand spiegelt die hohen Infektionszahlen im zweiten Pandemiejahr wider. Dass die Quote nicht noch höher ausfällt, ist den Präventionsmaßnahmen der Unternehmen zu verdanken. Die norddeutschen Händler und Dienstleister haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um ihre Beschäftigten in der Pandemie proaktiv zu schützen – vom Homeoffice bis zum Impfangebot“, kommentiert AGA-Hauptgeschäftsführer Volker Tschirch die Ergebnisse. 

Darüber hinaus hat der AGA die Fluktuationsquote der norddeutschen Händler und Dienstleister untersucht. Diese lag 2021 insgesamt bei 14,9 Prozent (2020: 10,6 Prozent). Deutliche Unterschiede gibt es dabei zwischen den Wirtschaftsstufen: Während die Quote im Groß- und Außenhandel bei 13,8 Prozent lag, betrug sie bei den Einzelhändlern 19,3 Prozent. Im Dienstleistungssektor lag die Quote bei 15,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Fluktuationsquote in allen Branchen, mit Ausnahme des Dienstleistungssektors, deutlich. Allerdings bewegt sich auch die Fluktuationsquote im Dienstleistungsbereich weiterhin auf hohem Niveau.

Volker Tschirch dazu: „Der lange Lockdown bis in das Frühjahr 2021 hinein hat Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. Insbesondere im Einzelhandel und dem unternehmensnahen Dienstleistungssektor – etwa im Eventbereich – waren viele Beschäftigte gezwungen, in andere Branchen oder auch den öffentlichen Dienst zu gehen. Aus dem neuen sicheren Hafen zurückwechseln, werden wohl nur wenige. Den akuten Personalmangel bekommen Hotellerie und Gastronomie mit am stärksten zu spüren.“ 

Von sich aus haben 10 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2021 ihr Arbeitsverhältnis gekündigt. Damit lag die Fluktuation aufgrund beruflicher Wechselbereitschaft oder Unzufriedenheit seitens der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer klar über dem Vorjahresniveau (2020: 7,2 Prozent). Des Weiteren sind 6,5 Prozent (2020: 5,9 Prozent) der Beschäftigten aufgrund von nicht-beeinflussbaren Faktoren (Rente, Wohnortwechsel etc.) aus ihrem Unternehmen ausgeschieden.

 

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