06.09.2016

Mit Druck richtig umgehen

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Joachim Pawlik ist Experte für Personalentwicklung. Auf dem Pawlik Congress, der auch vom  AGA Unternehmensverband unterstützt wird, wählt er sich jedes Jahr ein aktuelles Thema, das er von hochkarätigen Referenten für Unternehmer, Geschäftsführer und Manager beleuchten lässt. 2016 ist es „Der Druck wächst“. Im Interview gibt Joachim Pawlik einen ersten Ausblick auf das Spektrum der Veranstaltung.

AGA: Herr Pawlik, Thema Ihres Kongresses in 2016 ist Druck. Ist der in heutigen Führungssituationen, bei immer wichtiger werdender Work-Life-Balance, überhaupt noch zeitgemäß?

Joachim Pawlik: Gerade jetzt ist das Thema brandaktuell. Work-Life-Balance bedeutet ja nicht, gar keinen Stress mehr zu empfinden. Niemand wird es schaffen, jegliche Quelle von Druck aus dem eigenen Leben zu verbannen. Das wäre auch fatal. Zu wenig Stress ist genauso schädlich wie zu viel. Ebenso wenig ist es heute Aufgabe einer Führungskraft, sämtlichen Druck von ihren Mitarbeitern fernzuhalten. Entscheidend ist stattdessen: Jeder sollte für sich lernen, mit Druck richtig umzugehen. Führungskräfte können positiv einwirken, indem sie dafür Sorge tragen, dass jedes Teammitglied das übergeordnete Ziel seiner Aufgabe kennt. Schließlich arbeitet der Mensch motivierter, wenn er weiß, wofür er arbeitet. Gleichzeitig sehe ich Führungskräfte in der Verantwortung, zu fördern, dass ihre Mitarbeiter eine positive Einstellung gegenüber der Arbeit entwickeln. Denn die persönliche Haltung gegenüber Stress entscheidet darüber, ob er uns nutzt oder schadet.

AGA: Kann Druck positiv erfahren werden und auch als Motivation dienen?

Joachim Pawlik: Absolut. Davon bin ich überzeugt. Druck und Stress haben viele positive Facetten. Wer unter Druck steht, konzentriert sich auf die wirklich wichtigen Aufgaben. Er spornt zu Höchstleistungen an. Ihr Gehirn wird auf Hochtouren gebracht und Sie werden bessere Lösungen finden. Den Effekt kennen Sie sicher: Wenn Sie viel geschafft haben oder besonders innovativ waren, fühlen Sie sich richtig gut. Sie sind stolz und können die Erholungsphase danach umso mehr genießen. Genau wie bei Leistungssportlern. Wer sich diese positiven Auswirkungen bewusst macht, entdeckt für sich eine perfekte Motivationsquelle – und einen Karriere-Turbo. Denn im Ergebnis sind Sie nicht nur zufriedener mit sich selbst, sondern auch erfolgreicher. Auf dem Pawlik Congress können die Teilnehmer sich zu diesem Thema von den Referenten inspirieren lassen. Ob Yanis Varoufakis in der Politik oder Kai Diekmann in den Medien, Gunter Dueck in der freien Wirtschaft oder Ina Müller im Showgeschäft – sie alle haben Druck bereits am eigenen Leib gespürt. Wie sie damit umgehen, werden sie am 15. November 2016 im Gastwerk Hotel berichten. Hier wird jeder Zuhörer einige Impulse für sich mitnehmen können.

AGA: Was ist Ihre Empfehlung für Menschen, die mit dem Druck, dem sie ausgesetzt sind, noch nicht optimal umgehen können?

Joachim Pawlik: Haben Sie keine Scheu, sich mit Ihrem Umgang mit Druck auseinanderzusetzen. Daran kann man arbeiten. Der erste und wichtigste Schritt ist, zu akzeptieren, dass man hier ein Lernfeld hat. Und keine Panik: Damit ist niemand allein. Selbst erfahrene Manager haben Schwierigkeiten, mit Druck richtig umzugehen. Im zweiten Schritt sollten Sie sich bewusst machen, dass Sie immer eine Wahl haben. Haben Sie den Druck im Griff oder beherrscht der Druck Sie? Sie entscheiden selbst, ob Sie sich in eine Opferrolle begeben oder nicht. Trainieren Sie gezielt, Aufgaben positiv anzunehmen. Begeistern Sie sich für die Herausforderung darin und für die Chance, dabei Neues zu lernen. Dann empfinden Sie Druck als etwas Positives, etwas Inspirierendes und Antreibendes. Viele Menschen üben das auch mithilfe eines persönlichen Coaches. So haben sie im geschützten Raum einen Sparringspartner. Das kann ich sehr empfehlen.

Weitere Informationen zum Pawlik Congress finden Sie unter http://www.pawlikcongress.de.

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Kontakt

Geißendörfer
Dinah Geißendörfer
Persönliche Referentin des Hauptgeschäftsführers
Tel.: 040 30801-254